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Stärkung des Sports für Kinder und Jugendliche mit Behinderung

Kultusministerkonferenz und Deutscher Olympischer Sportbund beschließen "Gemeinsame Handlungsempfehlungen Sport für Kinder und Jugendliche mit Behinderung"

Mehr zu: Förderschule, Gesundheit, Gleichstellung, Handikap, Integration, Schulträger, Sport, Weiterbildung, Schule
Bonn, 18.12.2008 -

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Kultusministerkonferenz (KMK) haben die gemeinsam erarbeiteten Handlungsempfehlungen zum Sport für Kinder und Jugendliche mit Behinderung beschlossen. Die Handlungsempfehlungen beziehen sich einerseits auf die speziellen Erfordernisse an Förderschulen, andererseits auf Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen in Regelschulen. Damit sollen sie – ergänzend zu den bereits im Jahr 2007 vorgestellten "Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des Schulsport" – zur Integration und Gleichstellung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung beitragen. In Ablösung früherer Vereinbarungen berücksichtigt die Empfehlung den in den letzten Jahren vollzogenen Paradigmenwechsel im Miteinander von Behinderten und Nichtbehinderten. Sie flankiert das begonnene Pilotprojekt "Jugend trainiert für Paralympics" und die Erprobungsphase "Bundesjugendspiele für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung".

Deutscher Olympischer Sportbund und Kultusministerkonferenz haben unter Beteiligung der Deutschen Sportjugend (dsj) und des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) die an verschiedene Zielgruppen gerichteten Handlungsempfehlungen zu folgenden vier Themenbereichen erarbeitet:

1. Schule als Bewegungs-, Spiel- und Sportwelt für Kinder und Jugendliche mit Behinderung

Die Erziehung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung durch Bewegung, Spiel und Sport soll auf der Grundlage zeitgemäßer bewegungs- und sportpädagogischer Erkenntnisse in der täglichen Schulpraxis an Schulen umgesetzt werden. Dabei sollen die behinderungsbedingt unterschiedlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler im Sinne einer individuellen und gemeinschaftlichen Förderung Berücksichtigung finden.

An die Schulträger richtet sich die Forderung nach behindertengerechten Sportstätten und entsprechender Ausstattung mit Sportgeräten. Den Eltern soll aufgezeigt werden, wie sie die Entwicklung ihrer Kinder fördern können. Sie sollen dafür sensibilisiert werden, welche Bedeutung Bewegung, Spiel und Sport für die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Kinder haben.

2. Sportunterricht und außerunterrichtlicher Schulsport für Kinder und Jugendliche mit Behinderung

Bereits in den im Jahr 2007 beschlossenen Handlungsempfehlungen steht die Forderung, im Sportunterricht einen besonderen Fokus auf die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit einer Behinderung zu richten. Nun wird diese Forderung dahingehend präzisiert, dass die Schülerinnen und Schüler mit Behinderung, die eine allgemeine oder berufsbildende Schule besuchen, auch am regulären Sportunterricht sowie an schulsportlichen Wettkämpfen, Spiel- und Sportfesten im schulischen und außerschulischen Bereich (z.B. Bundesjugendspiele, Jugend trainiert für Paralympics, Spielfeste, etc.) teilnehmen sollen. Die hierzu erforderliche Bereitschaft aller Verantwortlichen, für die Integration von Menschen mit Behinderung entsprechende Bedingungen zu schaffen, wird angemahnt.

3. Sportangebote für Kinder und Jugendliche mit Behinderung im außerschulischen Bereich

Sportangebote für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf im außerschulischen Bereich sind noch weiter auszubauen. Dabei sind die Voraussetzungen zu schaffen, die es den Schülerinnen und Schülern mit einer Behinderung ermöglichen, sich im Wettkampf zu messen und eine Talentförderung zu erfahren. Zur wohnortnahen Versorgung mit außerschulischen Sportangeboten für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf sollten daher die Möglichkeiten der allgemeinen Sportvereine genutzt werden. Die Sportorganisationen werden aufgefordert, gemeinsam mit Schulen Veranstaltungen durchzuführen, bei denen Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung miteinander Sport treiben.

4. Qualifizierung von Lehrkräften und weiteren im Schulsport eingesetzten Personen

Vor dem Hintergrund, dass der Bedarf an sportpädagogisch und sonderpädagogisch in gleicher Weise qualifizierten Lehrkräften in absehbarer Zeit noch nicht gedeckt werden kann, ist die Lehreraus-, -fort- und -weiterbildung für diesen Bereich weiter zu entwickeln. Hochschulen und Lehrerfortbildungsinstitute sollen sich verstärkt mit pädagogischen und didaktischen Aspekten des Behinderten- und Integrationssports auseinandersetzen und entsprechende Aus- und Fortbildungsmaßnahmen anbieten.

Ebenso ist die diesbezügliche Qualifizierung von Übungsleiterinnen und Übungsleitern sowie weiterer Personen, die sich für den Sport für Menschen mit Behinderung etwa im Ganztagsbereich (Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter) engagieren wollen, weiterzuentwickeln.

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