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Lehrermangel: KMK muss endlich handeln

Mehr zu: Föderalismus, Lehrerbildung, Lehrermangel, Unterrichtsversorgung, Vergütung, Weiterbildung, Schule
Berlin, 16.01.2009 -

"Tragfähige Antworten zum Thema Lehrermangel" erwartet der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger in diesem Jahr von der Kultusministerkonferenz (KMK). Aus Anlass der Amtseinführung für den diesjährigen KMK-Präsidenten Henry Tesch, Kultusminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, am kommenden Montag in Berlin betont Eckinger: "In den nächsten 15 Jahren werden bis zu 400.000 Lehrerinnen und Lehrer regulär aus Altersgründen aus dem Beruf gehen. Doch werden nach derzeitiger Lage für je 100 ausscheidende Kolleginnen und Kollegen nur 50 neu in den Lehrerberuf kommen." Die Antwort der Kultusminister auf diese bedrohliche Notlage seien Balzkämpfe mit gezücktem Scheckbuch gewesen, kritisiert der VBE-Bundesvorsitzende. Das sei ein mehr als erschreckendes Niveau föderaler Politik.

"Auch wenn die KMK die Augen davor verschließt, ist der Lehrermangel dennoch real", bekräftigt Eckinger. "Der VBE erwartet ein substantielles Handlungskonzept zur Aufwertung des Lehrerberufs. Die KMK muss sich ihrer nationalen Verantwortung stellen." Eckinger dringt auf die folgenden Schwerpunkte:

  1. Aufwertung des Lehrerberufs durch exzellente universitäre Lehrerbildung. Alle Lehramtsstudiengänge müssen von Anfang an das Berufsziel der Lehrerin, des Lehrers realisieren. Die berufswissenschaftliche und berufspraktische Ausbildung muss gleichwertig mit der Ausbildung in den designierten Unterrichtsfächern werden.

  2. Aufwertung des Lehrerberufs durch Gleichwertigkeit aller Lehrämter von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II. Alle Lehramtsstudiengänge müssen in allen Bundesländern zu einem Masterabschluss mit 300 Leistungspunkten führen, um ein gemeinsames Berufsverständnis zu erreichen.

  3. Aufwertung des Lehrerberufs durch pädagogische Qualifizierung auch aller Quereinsteiger in den Lehrerberuf.

  4. Aufwertung des Lehrerberufs durch die Schaffung wirklicher Gelingensbedingungen an allen Schulen – durch Absenkung der Klassenstärken, Möglichkeiten individueller Förderung der Schülerinnen und Schüler und durch Verstärkung der Angebote in der Lehrerfort- und -weiterbildung, damit das Lernen im Beruf möglich wird.

  5. Aufwertung des Lehrerberufs durch eine langfristige Personalplanung und Personalentwicklung in allen Bundesländern, um endlich vom unseligen "Schweinezyklus" wegzukommen. ­

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