Die Ganztagsoffensive der Landesregierung für Realschulen und Gymnasien ist ins Stocken geraten. Es werden noch 55 Realschulen und Gymnasien gesucht, die in das Förderprogramm zum Ausbau von 216 Ganztagsschulen in NRW aufgenommen werden können. Für die GEW ist dies kein Wunder: Das Programm ist unzureichend finanziert. Finanzminister Linssen setzt auf eine Billiglösung. Mit nur 100.000 € will sich das Land am Ausbau dieser 216 gebundenen Ganztagsschulen beteiligen. Den Rest sollen die Kommunen finanzieren, die zum großen Teil knapp vor der Pleite stehen.
GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber kritisierte heute die unzureichenden Bedingungen an den Schulen: "Die Kommunen verschieben die Reparatur von Baumängeln, um wenigstens ein bescheidenes Ganztagsangebot machen zu können."
Die Landesregierung stehe, so die Einschätzung von GEW-Chef Meyer-Lauber, wegen der überstürzten Einführung von "G8" (Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre) unter großem Druck: "Eltern, Schüler und Lehrer leiden unter einem Ganztagsbetrieb ohne Räume und Mittagessen", beklagt Meyer-Lauber. "Bei bis zu 34 Wochenstunden Unterricht bleiben 12-Jährige ohne eine Mittagsversorgung." Dies sei ein unhaltbarer Zustand.
Die Landesregierung wisse, dass zahlreiche Schulen unter katastrophalen Baumängeln leiden. Jedoch werde zu wenig investiert. Beim Ganztagsprogramm für die Hauptschulen sei jede Schule mit Unterstützung des Bundesprogramms IZBB ausgestattet worden. Dafür hätte es etwa 1,5 Millionen € gegeben.