"Die Resonanz auf das Jugendbegleiter-Programm übertrifft bei weitem alle Erwartungen. Nach nur drei Jahren seit seiner Einführung engagieren sich bereits 11.577 Schüler, Eltern, Vereinsangehörige und Einzelpersonen als Jugendbegleiter und bereichern mit ihren Betreuungs- und Bildungsangeboten das Schulleben. Dieses Programm ist aus der Schullandschaft nicht mehr wegzudenken", sagten Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Kultusstaatssekretär Georg Wacker am Dienstag (20. Januar) in Stuttgart. Der Kultusstaatssekretär hatte dem Ministerrat einen Zwischenbericht vorgelegt. Derzeit nehmen an dem Programm 840 Schulen teil. Beim Start im Jahr 2006 waren es 250.
Im Rahmen der dritten Evaluation des Programms wurden 767 Schulen angeschrieben, 766 haben sich an der Umfrage beteiligt. Die Neueinsteiger zum September 2008 konnten bei dieser Umfrage noch nicht berücksichtigt werden. Oettinger und Wacker verwiesen auf die "Spitzennoten", die das Programm von den bereits teilnehmenden Schulen erhalte. Insgesamt 76 Prozent der Schulen hätten dem Programm eine positive Bewertung gegeben, bei 20 Prozent hielten sich positive und kritische Einschätzungen die Waage und zwei Prozent hätten eine negative Bewertung abgegeben. Für zwei Prozent sei aufgrund noch mangelnder Erfahrung mit dem Programm keine Einschätzung möglich gewesen.
Seit dem letzten Evaluationsbericht sei die Zahl der Jugendbegleiter erneut gestiegen, nämlich von 7.068 im Jahr 2007 auf 11.577 im Jahr 2008. 36 Prozent der Jugendbegleiterinnen und Jugendbegleiter seien derzeit Schüler, 14 Prozent Eltern, 19 Prozent kämen aus Vereinen, Verbänden oder Organisationen und 29 Prozent wirkten als Einzelpersonen mit, sagte Wacker. Auch die Zahl der wöchentlichen Jugendbegleiter-Stunden habe überproportional stark zugenommen, von 10.000 im Jahr 2007 auf fast 18.000 im Jahr 2008. An erster Stelle der Angebote stehe derzeit die Hausaufgabenbetreuung (20 Prozent aller Angebote), gefolgt von der Betreuung bei der Essensausgabe (14 Prozent) und Sportangeboten (13 Prozent). Betrachte man von den Jugendbegleiter-Angeboten nur die der Gruppe "Vereine/ Verbände/ Organisationen" (2.148 Personen), so rangiere an erster Stelle der Bereich Sport (30 Prozent dieser Gruppe), gefolgt von Wirtschaft (13 Prozent) und Musik (12 Prozent).
Der wichtigste Punkt zur Optimierung des Programms sei aus Sicht der Schulen weiterhin die Reduzierung des Organisationsaufwands, betonte Kultusstaatssekretär Wacker. Als weitgehend problemlos seien hingegen der Einsatz von Jugendbegleitern am Nachmittag und die Verlässlichkeit der Angebote eingeschätzt worden. Um eine Entlastung der Schulleitungen zu erreichen, sei ab September 2009 der Einsatz von bis zu 310 "Jugendbegleiter-Managern" vorgesehen. Diese ehrenamtlichen Kräfte unterstützten die Schulleitung bei der Gewinnung von Jugendbegleitern, deren Einweisung, Organisation sowie bei der laufenden Beratung.
Das Jugendbegleiterprogramm bringe seit dem Jahr 2006 ehrenamtliche Betreuungsangebote zur Ergänzung des Unterrichts an die Schulen. Die Rahmenvereinbarung zum Jugendbegleiter Programm hätten etwa 80 Verbände und Organisationen unterzeichnet, sagte Wacker. Die Schulen erhielten je nach Zahl der eingesetzten Jugendbegleiterstunden eine Bezuschussung, die zwischen 2.000 und 5.000 Euro pro Jahr liegt. Die Schulen wählten die Jugendbegleiter selbstständig aus. Sie können dabei auch auf die Angebote der teilnehmenden Verbände und Institutionen in ihrer Region zurückgreifen. Dazu werde im Internet unter www.jugendbegleiter.de eine umfangreiche Informationsplattform (u.a. mit Grundlageninformationen, Praxisbeispielen und Modellschuladressen) angeboten. Für die weitere Unterstützung der Schulen, Verbände und Schulträger stehe die Servicestelle Jugend bei der Jugendstiftung zur Verfügung, erläuterte Wacker.