Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
Sehrbrock: Besseres Meister-BAföG ist guter Baustein für neues Weiterbildungssystem
Mehr zu: Auslese, BAföG, Bildungschancen, Deutschland, Durchlässigkeit, Meister-BAföG, Studierfähigkeit, Weiterbildung, WeiterbildungMit Blick auf die Expertenanhörung zur Reform des Meister-BAföG am Montag im Deutschen Bundestag sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende am Sonntag in Berlin: "Das vorgelegte Gesetz zur Verbesserung des Meister-BAföGs ist ein guter Baustein für ein neues solidarisches Weiterbildungssystem. In Zukunft werden auch AltenpflegerInnen und ErzieherInnen gefördert und Familien besser unterstützt. Das kann mehr Menschen zur Fortbildung motivieren. Es ist gut, dass nun nicht mehr nur die erste Fortbildung unterstützt werden kann. Dieser Schritt ist überfällig. Die Gewerkschaften haben bereits im Innovationskreis Weiterbildung eine solche Reform gefordert."
Wolle die Bundesregierung jedoch Weiterbildung wirklich zur vierten Säule des Bildungssystems ausbauen, müsse die Große Koalition weitergehen. "Zu wenige Angebote, verstärkte soziale Auslese und gravierende Qualitätsprobleme kennzeichnen auch die deutsche Weiterbildungslandschaft. Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland beschämend schlecht ab. Es fehlen transparente Strukturen, die flächendeckend allen Menschen ein gutes Weiterbildungsangebot sichern – und das Recht auf Bildung auch im Erwachsenenalter absichern. Wir brauchen deshalb ein Erwachsenenbildungsgesetz", sagte Sehrbrock. Dieses Bundesgesetz müsse klare Regeln zu rechtlich garantierten Lernzeiten, zur Finanzierung, Beratung sowie für eine bessere Qualitätssicherung und Zertifizierung festschreiben.
Die stellvertretende DGB-Vorsitzende schlug die Einführung eines Erwachsenen-BAföGs vor. Vor allem das Nachholen eines Schulabschlusses müsse der Staat auf diesem Weg per Zuschuss finanzieren. Berufliche Abschlüsse und ein Hochschulstudium könnten dann – vergleichbar mit dem bestehenden BAföG – nachgeholt und gefördert werden. Sehrbrock: "Nicht nur Gutverdienende haben das Recht auf lebenslanges Lernen. Wir müssen gerade auch Menschen mit niedrigen Abschlüssen - Arbeitslose, Alleinerziehende und MigrantInnen - für die Weiterbildung gewinnen. Sie brauchen diese Qualifikation als Grundlage, um sich in Gesellschaft und Beruf zu integrieren." Die Gesellschaft benötige immer mehr qualifizierte Menschen. Ohne solide finanzielle Unterstützung sei dieses Ziel jedoch Makulatur.
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