Fit für den Start
… und das Baby kann kommen
Mehr zu: Bildungschancen, Elternarbeit, Familienbildung, Frühe Förderung, Gesundheit, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Stiftungen, SonderthemenMit einer Informationsveranstaltung hat das Projekt "Fit für den Start" in der Forschungsstelle Entwicklung, Lernen und Kultur des Nifbe eine positive Zwischenbilanz gezogen. Die wissenschaftliche Untersuchung des Projektes untermauerte dabei einen dringenden Bedarf an Elternunterstützung. Aktuell umgesetzt wird dies in den ersten "Fit für den Start" Kursen in Osnabrück und Wallenhorst, die seit Ende 2009 Mütter/Väter beim Übergang zur Elternschaft unterstützten und in ihren Kompetenzen stärken.
Einführend erläuterte Prof. Heidi Keller (Universität Osnabrück, Fachgebiet Entwicklung und Kultur) die entwicklungspsychologischen Hintergründe und die interkulturelle Relevanz des Projektes. Die wissenschaftliche Projektleiterin Dr. Monika Abels stellte den Stand der bisherigen Begleitforschung vor und wies dabei auf deutliche Anzeichen von Überforderung und Belastungen bei Müttern hin.
Nifbe-Geschäftsführer Reinhard Sliwka wies auf die überregionale Relevanz des "Fit für den Start"-Projektes hin, "dass mit seinem gezielt präventiven Ansatz die Eltern vor Überforderung und Kinder damit auch vor Vernachlässigung schützen könne." Er zeigte sich davon überzeugt, dass dieses "Osnabrücker Modell der Elternbildung" auch "niedersachsenweit Schule machen kann". Sehr erfreut zeigte sich Sliwka über die "vorbildhafte und sehr fruchtbare Kooperation zwischen der Praxis und der Forschung" in diesem vom nifbe geförderten Projekt.
Einen ganz besonderen Dank richtete die Projekt-Initiatorin Dr. Ursula Hoffmann an die Stiftung Stahlwerk, die "Fit für den Start" mit 10.000 Euro großzügig unterstützt. Herrmann Cordes als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Stahlwerk betonte, dass die Ausrichtung des Projektes hervorragend mit den Zielen der Stiftung korrespondiere.
Im Detail berichtete Dr. Abels, dass im Frühjahr 2008 100 erstschwangere Frauen in den Osnabrücker Frauenarztpraxen und Kliniken während einer Routineuntersuchung darüber befragt wurden, wie sie sich das Leben mit dem Neugeboren vorstellen. Die Frauen waren überwiegend sehr optimistisch in Bezug auf ihre bevorstehende Mutterschaft.
60 der befragten Frauen konnten nach der ersten Zeit mit dem Kind (im Durchschnitt 16,6 Wochen nach dem errechneten Geburtstermin) noch einmal telefonisch befragt werden, wie sich ihr Leben mit dem Kind tatsächlich gestaltet. 62% der Befragten gaben an, dass sie manchmal unsicher sind, was ihr Kind braucht. Mehr als die Hälfte (52%) sagten, dass ihnen manchmal die Decke auf den Kopf fällt und zwei Drittel (66%) fanden, dass Dinge, die ihnen vor der Geburt wichtig waren jetzt zu kurz kommen. Über ein Viertel der Mütter (28%) würden sich mehr Verständnis von anderen wünschen und fühlen sich manchmal von ihren neuen Aufgaben überfordert.
Es zeigte sich auch, dass Frauen, die sich seit der Geburt regelmäßig mit jemandem getroffen hatten oder Angebote für Familien mit Babys nutzten, ein höheres Wohlbefinden angaben. Mütterliche Sicherheit und eine kompetente Interaktion mit dem Kind waren höher bei Frauen, deren Wohlbefinden höher ist und die durch mehr Personen unterstützt werden. Kinder von unsichereren und weniger unterstützten Frauen, schreien mehr, als ihre Mütter dies erwartet haben.
Diese Daten unterstützen die Notwendigkeit der flächendeckend geplanten Elternkurse, die werdende Müttern/Eltern Informationen und Vernetzung bieten und ihre elterlichen Kompetenzen und ihr Selbstbewusstsein stärken. Dies hat sich bereits in den ersten Kursen bestätigt- exemplarisch sei die Freude einer Teilnehmerin zitiert: "ich merke, ich bin nicht allein schwanger!"
Als Kooperationsprojekt zwischen der Kath. Familien-Bildungsstätte und der Universität Osnabrück, in Trägerschaft der KEB (Katholische Erwachsenenbildung) und gefördert vom NIFBE (Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung) vernetzt "Fit für den Start" einerseits die wissenschaftliche Forschung zur frühkindlichen Entwicklung mit einem pädagogischen Angebot zur Elternbildung. Andererseits wird in der Stadt Osnabrück unter Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters und in Vernetzung mit Einrichtungen des Gesundheitswesens, den örtlichen Jugendhilfeträgern sowie der Erwachsenenbildung ein präventives Angebot als Osnabrücker Modell für werdende Erst-Eltern/Erst-Mütter geschaffen.
Weitere Informationen im Internet unter www.fit-fuer-den-start.de, telefonisch unter 0541/ 35868-22 (Telefonsprechzeiten montags und mittwochs 10.00-13.00 Uhr) oder per e-mail unter
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