Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
Kinder- und Jugendpsychiatrie der Krankenhäuser voll ausgelastet
Im Jahr 2007 mehr Behandlungsfälle bei unveränderter Bettenzahl
Mehr zu: Baden-Württemberg, Gesundheit, Schule, SonderthemenDie Krankenhäuser des Landes mit einem Fachbereich Kinder- und Jugendpsychiatrie- und –psychotherapie verzeichneten im Jahr 2007 erneut einen Anstieg der vollstationären Behandlungsfälle. Wie das Statistische Landesamt feststellte, stieg die Zahl der in diesem Bereich untergebrachten Kinder oder Jugendlichen binnen Jahresfrist um rund 200 auf gut 4 290. Dieser Zunahme um knapp 5 Prozent standen mit 494 etwas weniger Betten zur Verfügung als im Vorjahr.
Obwohl die Aufenthaltsdauer der Kinder und Jugendlichen in diesen Einrichtungen mit durchschnittlich 40,8 Tagen wie auch schon in den vorangegangenen Jahren rückläufig blieb, reichte diese Reduzierung der Aufenthaltsdauer nicht aus, die vorhandenen Bettenkapazität zu entlasten. So wurde in diesem Behandlungsbereich mit einer Belegung von 97,2 Prozent der vorhandenen Betten der bislang höchste Auslastungsgrad registriert.
Während alle vollstationären Krankenhausbehandlungen zusammengenommen im Durchschnitt nur noch 8,3 Krankenhaustage beanspruchen, verursachen psychiatrische Diagnosen ungleich längere Krankenhausaufenthalte. Dennoch ist es gelungen, die Dauer der vollstationären Versorgung seit 1990 um nahezu die Hälfte zu verkürzen. Seinerzeit lag die sogenannte Verweildauer in der Kinder- und Jugendpsychiatrie bei 78,3 Tagen. Den 1 356 Patienten standen 365 Betten zur Verfügung, was einem Auslastungsgrad von 81,7 Prozent entspricht. Seither nimmt die Zahl der Behandlungsfälle jährlich in der Regel um rund 200 Fälle zu. Dagegen war in den 90er-Jahren keine nennenswerte Veränderung bei der Anzahl der zur Verfügung stehenden Betten zu beobachten. Erst mit dem Beginn des neuen Jahrhunderts wurde damit begonnen, die vorhandene Kapazität auszubauen.
Rund 41 Prozent der Patienten im Kindes- und Jugendalter, die im Jahr 2007 in der Psychiatrie untergebracht waren, wurden wegen Verhaltens- und Emotionsstörungen behandelt, wovon vor allem die jüngeren von ihnen betroffen sind. Bei gut 18 Prozent lagen neurotische, Belastungsstörungen oder körperliche Beschwerden ohne organische Ursachen vor, und rund 12 Prozent leiden an affektiven Störungen wozu vor allem Depressionen gehören. Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren waren in 7 Prozent der Fälle Ursache für den Krankenhausaufenthalt. 5 bzw. 6 Prozent der Behandlungsfälle führten Schizophrenie und verwandte Erscheinungen sowie Störungen durch psychotrope Substanzen (Alkohol und andere Rausch- und Betäubungsmittel) in die Psychiatrie.
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