VBE: Inklusion auf den Weg bringen
Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungsgerechtigkeit, Deutschland, Handikap, Hauptschule, Inklusion, Schulstruktur, Sonderschulen, SchuleGegen eine Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen spricht sich der Verband Bildung und Erziehung (VBE) aus. Die Referatsleiterin des VBE-Referates "Sonderschule" in Südbaden, Barbara Timm (Kandern / Müllheim) fordert gleiche Rechte für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen. "Auch Menschen mit Einschränkungen haben ein Recht, an der Gesellschaft teilzuhaben", postuliert die VBE-Sprecherin. Sie begrüßte, dass durch die Ratifizierung der UN-Konvention seitens der Bundesrepublik Deutschland im Dezember 2008 die so genannte "Inklusion" nun den Rang eines Gesetzes habe und diese deshalb eingefordert werden könne. Timm machte auch deutlich, dass sich Integration und Inklusion nicht nur von der Begrifflichkeit unterscheide, sondern Inklusion über Integration hinausgehe.
Dennoch, so Barbara Timm, sei es notwendig, die bestehenden Unterstützungs- und Fördersysteme beizubehalten, so lange die erforderlichen Rahmenbedingungen für eine echte Inklusion nicht bestehen. Wenn schon an Förder- und anderen Sonderschulen Lehrkräfte eingesetzt werden müssten, die die entsprechenden Ausbildungen für diese Schularten nicht erfahren haben, wieviel mehr muss man davon ausgehen, dass die Lehrkräfte der anderen staatlichen Regelschulen die erforderlichen Zusatzarbeiten zur Inklusion derzeit aus verschiedensten Gründen gar nicht nicht leisten können. Denn in vielen Grund- und Hauptschulen wären zusätzliche Gruppenräume vonnöten, finanzielle Mittel für Diagnose-, Förder- und Therapiematerialien stehen in den "Nicht-Sonderschulen" gar nicht erst zur Verfügung.
Für den VBE steht in der Diskussion über eine andere Schulstruktur immer das Kind und seine optimale Förderung im Mittelpunkt. Die weitergehende Heranführung der Kinder an Regelschulen erfordere deshalb auch sonderpädagogisch ausgebildetes Personal an denselben sowie deutlich kleinere Klassen. Die Wirklichkeit, so Timm, sähe leider anders aus. Besonders für diesen Bereich ausgebildete Lehrkräfte könnten auf Grund der knappen Lehrerversorgung mit Sonderschullehrern kaum noch die anfallende Arbeit an und für Sonderschulen abdecken. Für eine zusätzliche Kooperation oder dem zusätzlichen Einsatz an Regelschulen fehle einfach das qualifizierte Personal und die dazu nötigen Lehrerstunden. Hier müsse das Kultusministerium zum Umdenken aufgefordert werden. Die Ratifizierung der UN-Konvention sollte dabei ein Anstoß sein, weitere Schritte auf diesem Weg zu gehen.
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