VBE fordert "Verstetigung" bei der Lehrereinstellung
Zumeldung zur Pressekonferenz des Kultusministers
Mehr zu: Baden-Württemberg, Hauptschule, Lehrermangel, Referendariat, Statistik, Unterrichtsversorgung, Schule"Man kann schon jetzt ausrechnen, wie viele Grundschullehrer insgesamt benötigt werden, wenn die Babys von heute in fünf oder sechs Jahren in die Schule kommen. Das ist die Zeitspanne, die man auch braucht, um Lehrer solide auszubilden", sagt Rudolf Karg (Karlsruhe), Chef des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, und verweist auf die wiederholte VBE-Forderung nach einer langfristigen Lehrerbedarfsplanung.
Der VBE-Vorsitzende fordert die Aufstellung einer professionellen Lehrerbedarfsprognose für alle Schularten über ein Jahrzehnt. An den Schulen des Landes dürfe es nicht zugehen wie in einem Supermarkt: mal Lehrerschwemme, mal Lehrermangel - je nach Angebot und Nachfrage oder nach Saison.
Einerseits sucht die Landeregierung mit Anzeigen verzweifelt nach Gymnasial- und Berufsschullehrern für bestimmte Mangelfächer, andererseits ist ein Großteil der ausgebildeten Grund- und Hauptschullehrer nach Beendigung des Referendariats bereits zwei Jahre hintereinander nicht (direkt) übernommen worden.
"Junge Menschen haben ein Recht darauf, verlässlich zu erfahren, ob es aussichtsreich ist, ein Lehramtsstudium aufzunehmen", kritisiert Karg und spricht sich aus Qualitätsgründen für eine "Verstetigung" bei der Lehrereinstellung aus.
Mit Vehemenz wendet sich der VBE-Chef gegen die Rekrutierung von Quereinsteigern, die nach einer Schnellbleiche zu Pädagogen umetikettiert werden, sowie gegen "Billiglehrer", die - wie letztes Jahr geschehen - nach erfolgreichem Abschluss des Referendariats als Pädagogischer Assistenten "zum halben Preis" durch die Hintertür in die Schule geholt worden sind.
Eine Absenkung der Grundschullehrerbesoldung lehnt der VBE generell ab.
Für eine langfristige Lehrerbedarfsplanung sind nach Auffassung des VBE neben den Geburtenzahlen noch weitere Faktoren zu berücksichtigen: Trends bei der Schullaufbahnwahl, der Fächerbedarf, anstehende Pensionierungen von Lehrern, (Alters-)Teilzeit und Beurlaubungen bei Pädagogen, Schulentwicklungsprogramme und neue Unterrichtsmodelle sowie die gewünschte Zunahme von Ganztagesschulen. Auf jeden Fall muss die Lehrerreserve für krankheitsbedingte Ausfälle deutlich erhöht werden.
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