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Grünes Tohuwabohu in der Schulpolitik

Mehr zu: Deutschland, Gemeinschaftsschule, Gesamtschule, Nordrhein-Westfalen, Schulstruktur, Schule
Düsseldorf, 13.02.2009 -

Es ist erfreulich, dass die Grünen endlich erkannt haben, dass die Änderung der Schulstruktur kein Selbstzweck ist. Die Menschen inunserem Land haben die immer wiederkehrenden Debatten um Veränderungen an der Schulstruktur schon lange satt. "Umso erstaunlicher ist es aber, dass die Grünen nun dennoch ihre veralteten Vorschläge noch einmal ausgraben, um sie auf ihrem Parteitag zu beraten. Das ist nicht mehr als alter Wein in neuen Schläuchen", erklärte Schulministerin Barbara Sommer zur heutigen Pressekonferenz der Grünen.

Die Vorschläge der Grünen würden zu chaotischen Zuständen in unserer Schullandschaft führen. Sie wollen die Wahl zwischen acht- oder neunjährigem Abitur, alter und neuer Schulstruktur, eine ungesteuerte Schulentwicklung von unten und zahlreiche weitere ´Ungleichzeitigkeiten im Entwicklungsprozess´, wie Grünen-Fraktionschefin Löhrmann erklärte. Barbara Sommer: "Mit diesem Tohuwabohu lösen die Grünen kein einziges der bestehenden Probleme – schaffen aber dafür zahlreiche neue. Wie wir seit der vergangenen Landtagssitzung wissen, haben die Grünen ein Faible für Sprichwörter aus anderen Kulturkreisen. Deswegen könnte dieser afrikanische Spruch sie vielleicht noch einmal zum Nachdenken bewegen: Ein Boot kommt nicht voran, wenn jeder auf seine Art rudert."

Unverständlich ist es, dass die Grünen den Erhalt kleiner Schulen im ländlichen Raum wegen zu hoher Kosten kritisieren. "Wir wissen, wie wichtig ein differenziertes ortsnahes Bildungsangebot für die Menschen ist. Dieses ortsnahe Angebot wollen wir erhalten. Die Grünen setzen stattdessen auf riesige Bildungsfabriken", kritisierte Sommer.

Ebenfalls unsinnig ist die immer wieder bemühte Orientierung an den skandinavischen Staaten. Schon allein wegen der vollkommen unterschiedlichen Sozialstruktur der Bevölkerung lassen sich keine sinnvollen Vergleiche anstellen. Aber auch was die Leistungsfähigkeit der dortigen Schulen angeht, ist die Situation ernüchternd: Die skandinavischen Staaten schneiden bei den internationalenmLeistungsvergleichen keinesfalls besser ab als Deutschland. In Norwegen etwa sind die Schüler durchgängig signifikant schlechter als bei uns. Barbara Sommer: "Wir haben in den vergangenen Jahren große Reformvorhaben auf den Weg gebracht. Diese müssen nun in den Schulen umgesetzt werden und ihre Wirkungen entfalten. Dafür wollen wir den Schulen ausreichend Zeit geben und sie nicht mit ständigen neuen Veränderungen verunsichern."

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