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Schule macht Lehrer krank

Bayerischer Realschullehrerverband (brlv) fordert ernstere Auseinandersetzung mit dem Thema Lehrergesundheit

Mehr zu: Bayern, Gesundheit, Konjunkturpaket, Realschule, Schule
München, 16.02.2009 -

"Die in Bayern erneut aufgeflammte Diskussion um die Qualität von Schule und Bildung kann helfen, wichtige Reformen im Bildungswesen anzustoßen", sagt Anton Huber, der Präsident des Bayerischen Realschullehrerverbands. Zugleich warnt er jedoch vor Aktionismus und Scheingefechten um äußere Organisationsformen von Schule. Stattdessen müsse man auf breiter Front versuchen, die Lernbedingungen der Schüler und nicht zuletzt die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte in allen Schularten zu verbessern.

"Zu viele ältere Kolleginnen und Kollegen müssen nach wie vor frühzeitig aus dem Schuldienst ausscheiden, weil sie den enormen Belastungen mit zunehmendem Alter nicht mehr gewachsen sind", bemängelte der Verbandschef. Laut einer bekannten Belastungsstudie der Universität Potsdam setzten zu große Klassen, hohe Stundenzahlen, ein erheblicher Lärmpegel und fehlende echte Pausen am Vormittag den Lehrkräften nachweislich hart zu. "Wer da immer nur mit dem Argument kommt, dass eben die falschen Leute Lehrer werden, der soll sich ruhig einmal in einem überfüllten Klassenzimmer mit 30 oder mehr Kindern einen Vormittag lang erholen."

Die Mittel aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung könnten laut Huber dabei helfen, Lernumgebungen für Schüler und Lehrer angenehmer zu gestalten. Dringend nötig sei zudem eine Verlängerung der staatlich geförderten Altersteilzeit für Lehrkräfte, um die weitere Zunahme von Dienstunfähigkeiten zu verhindern.

Solche Maßnahmen dürfen die dringend notwendige Absenkung der Klassenstärken aber nicht ersetzen, sondern nur begleiten. "Arbeitsschutzvorschriften, die verhindern, dass das Personal verheizt und ausgebrannt wird, darf es nicht nur in der Wirtschaft geben, wo man längst erkannt hat, dass Qualität gute Arbeitsbedingungen voraussetzt ", schloss Huber.

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