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Erstklässler lernen mit Kopf, Herz und Hand

VBE zur Schulanmeldung: Intelligenz ist nicht alles

Mehr zu: Baden-Württemberg, Einschulung, Frühkindliche Bildung, Grundschule, Schulpflicht, Sport, Schule
Stuttgart, 02.03.2009 -

In den kommenden Wochen werden wieder die künftigen Erstklässler an den Schulen des Landes angemeldet. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg ermuntert Eltern, das Kind in Bezug auf die Schulfähigkeit nicht ausschließlich unter dem Aspekt der "Begabung" zu sehen, sondern auch auf dessen soziale, emotionale und motorische Ent­wicklung zu achten und diese gleichfalls entsprechend zu fördern.

Da der Stichtag auf den 30. September hinausgeschoben und der "Einschulungs­korridor" für so genannte Kann-Kinder auf neun Monate ausgedehnt worden ist, können immer mehr Kinder bereits mit fünf Jahren regulär schulpflichtig wer­den, wenn Eltern dies so wollen und die Schulleitung keine Einwendungen hat.

Es ist gut, dass man vom Automatismus des Stichtags weggekommen ist und nun ganz intensiv auf das einzelne Kind achtet. Zu ehrgeizige Eltern sehen je­doch oft nur die intellektuellen, die kognitiven Vorzüge ihres Kindes und ver­nachlässigen die anderen Faktoren, die bei der Einschulung gleichfalls eine nicht unerhebliche Rolle spielen: die sozialen, emotionalen, motorischen und körperli­chen Aspekte. Intelligenz ist nicht alles. Gerade Eltern von hochbegabten oder vermeintlich hochbegabten Kindern fühlen sich schnell unverstanden, wenn Er­zieherinnen und Kooperationslehrkräfte das Kind nicht nur mit der ausschließ­lich auf die kognitive Begabung ausgerichteten Brille sehen. Diese Begabung ist e i n e Facette der Persönlichkeit. Der Mensch ist ein soziales Wesen und auf die Zusammenarbeit mit anderen angewiesen. Neben dem Kopf spielen auch der Körper und die Seele eine wichtige Rolle.

Der neue Bildungsplan fordert und fördert Kommunikationskompetenz in be­sonderem Maße. Das Lernen miteinander und voneinander geschieht verstärkt in Gruppen- und Partnerarbeit. Gerade in der Grundschule soll der Lehrer keine Vorlesungen halten, sondern die Schüler zum gemeinsamen Ausprobieren, Bera­ten und Schlussfolgern ermuntern. Da haben es (hoch)begabte Einzelgänger mit­unter schwerer. So manche können sich bei Gruppenarbeit nicht leicht ein- oder unterordnen, werden schneller verhaltensauffällig und stören Mitschüler. Bis­weilen haben sie Probleme im Sport und bei gemeinsamen Spielen.

Bei der Überprüfung der Schulfähigkeit des Kindes wird deshalb nicht nur nach dessen Begabung geschaut. Körperliche und seelische Belastbarkeit, Frustrati­onstoleranz, Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und Geduld, Geschicklichkeit, Einfühlungsvermögen und Teamfähigkeit sind für eine erfolgreiche Schullauf­bahn mindestens ebenso wichtig wie Intelligenz. Eine zu einseitige Fixierung auf den Intellekt kann zu unguten Fehlentwicklungen beim Kind führen.

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