Am heutigen Dienstag soll das Kabinett über Zulagen für Lehrer beraten, die als Fremd-Evaluatoren oder Fachberater tätig sind. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) begrüßt es, dass die Arbeit, um die sich Lehrer keinesfalls reißen, finanziell aufgewertet werden soll. Der VBE hält es jedoch für skandalös, dass sich hierarchische Schulstrukturen aus Kaisers Zeiten wieder in der unterschiedlich hohen finanziellen Anerkennung für eine Tätigkeit niederschlagen, für die Lehrer aller Schularten gleich vorbereitet worden sind und die auch in der Durchführung für alle gleich ist.
Die neue Zulage für Lehrer, die im Auftrag des Landesinstituts für Schulentwicklung (LS) Fremdevaluationen an Schulen durchführen, soll aus Mitteln der "Qualitätsoffensive Bildung" finanziert werden. Dabei sollen nach Kenntnisstand des VBE Fachlehrer der Gehaltsstufe A 9 in den Kommissionen monatlich einen um 200 Euro niedrigeren Betrag erhalten als Oberstudienräte mit A 14.
Alle Lehrer, gleich welcher Schulart, wurden auf die Tätigkeit gleich vorbereitet. In den Kommissionen, die mit Lehrern aus unterschiedlichen Schularten besetzt werden, machen alle Mitglieder die gleiche Arbeit. Trotzdem soll sich diese aufgabenbezogene Zulage wieder an der hierarchischen Besoldungsstruktur der unterschiedlichen Laufbahnen orientieren. Für die Lehrergewerkschaft VBE ist es ein Skandal, der zeigt, dass Standesdenken heute noch immer in der Bildungspolitik vorherrschend ist. Der Schritt zum Standesdünkel ist ein kleiner.
Seit langem fordert der VBE: "Alle Lehrer sind Lehrer. Sie müssen gleichwertig ausgebildet und gleich besoldet werden." Noch immer ist das Lehrerstudium unterschiedlich lang und nicht für alle Lehrer an einer Universität. Mit dieser Begründung werden Lehrer in den gehobenen oder höheren Dienst einsortiert, bekommen lebenslang eine unterschiedlich hohe Besoldung, haben ein unterschiedliches Deputat und unterschiedliche (bis keine) Aufstiegsmöglichkeiten.
Lehrer als Fachberater an Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen, die in der Fortbildung tätig sind, bekommen für ihre Tätigkeit zurzeit zusätzlich brutto 38,81 Euro - wohlgemerkt: pro Monat, nicht pro Stunde(!!!).