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Letzte Änderung: 09.02.2012, 18:25
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Pressemeldung
Philologen-Verband NRW

Entsetzen über niedriges Niveau bei Lernstandserhebungen!

Berliner Qualitätsinstitut produziert formale und inhaltliche Unzulänglichkeiten

Mehr zu: Lernstandserhebung, Nordrhein-Westfalen, VERA (Studie), Vergleichsarbeiten, Schule
Düsseldorf, 06.03.2009 -

Zunehmend erreichen den nordrhein-westfälischen Philologen-Verband Rückmeldungen erboster Kolleginnen und Kollegen über die Lernstandserhebungen in den Fächern Deutsch und Englisch. Die Verantwortung für die Lernstandserhebungen trägt das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) in Berlin. Die Lehrerinnen und Lehrer sind verärgert über die Pannenserie im ´formalen´ Bereich (Texte in alter Rechtschreibung, Korrekturanweisungen ...) und schockiert über das niedrige Niveau.

Kurzfristig wurde für Englisch das Hörverstehen aus dem Aufgabenkatalog herausgenommen. Zum Teil hatten Kommunen vorher noch stark investiert, um leistungsfähige CD-Player mit MP 3-Abspielbarkeit anzuschaffen. Monatelang hatten Lehrkräfte diesen jetzt gestrichenen Kompetenzbereich vorbereitet. Ärgerlich!

Peinlicher noch empfinden Fachlehrerinnen und –lehrer, dass sich für Englisch in den Texten eine Vielzahl von Fehlern findet. Selbst nach einer ersten Korrekturliste sind die Texte für das Gymnasium immer noch mit Rechtschreib- und Grammatikfehlern gespickt. Hinzu kommen viele für Schülerinnen und Schüler ungewöhnliche Vokabeln, die eher für Verunsicherung beigetragen haben. Während im Fach Deutsch das Anspruchsniveau als unangemessen leicht bewertet wird, werden die Texte in Englisch bezogen auf die zur Verfügung stehende Zeit als zu lang empfunden.

"Es ist sehr problematisch, die Lernstandserhebungen in den Fächern Deutsch und Englisch allein auf das Leseverständnis zu reduzieren. Die Schülerinnen und Schüler müssen zumeist in ´Ein-Wort-Sätzen´ oder durch Ankreuzverfahren Fragen beantworten.

"Muss man diesem ´verkürzten´ Schreiben eine solche Ausschließlichkeit einräumen?", fragt Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.

Der Philologen-Verband vernimmt aus den Schulen absolutes Unverständnis für solch harm- und niveaulose Überprüfungen. Die Lehrerinnen und Lehrer fühlen sich nicht ernst genommen.

Wenn dann noch Irritationen über die Bearbeitungszeit hinzukommen, da Angaben in den Schülerunterlagen von den Durchführungsbestimmungen abweichen, dann läuft das Fass über. "Manche Lehrkräfte bezeichnen die Lernstandserhebungen als ´Witz´, da sie nicht mit d e m zu vereinbaren sind, was der Unterricht zu vermitteln hat", so Peter Silbernagel.

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