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10. Todestag des MUS-E Gründers Yehudi Menuhin

Menuhin als Vordenker von Kultur in Schule

Mehr zu: Deutschland, Künstlerische Fächer, Stiftungen, Sonderthemen, Schule
Düsseldorf, 10.03.2009 -

Kurz vor seinem Tod 1999 veranlasste der weltberühmte Geiger und Humanist Yehudi Menuhin die Gründung der Yehudi Menuhin Stiftung Deutschland. Sein Ziel: das Programm MUS-E auch in Deutschland zu verbreiten. Zu diesem Zeitpunkt war PISA noch der Name einer toskanischen Stadt. Heute, nach zehn Jahren und einem stetigen Wachstumsprozess, ist MUS-E in zwölf Bundesländern fester Bestandteil der Schullandschaft. Mehr als 250 Künstler mit über 700 Lehrern und annähernd 18.000 Schülern arbeiten Woche für Woche am "Curriculum des Unwägbaren", der Eroberung des Lernlands mit ästhetischen und kreativen Mitteln. In diesem Sinne war das von Yehudi Menuhin als "Menschenbildung" apostrophierte und 1992 in der Schweiz entwickelte Programm der bildungs- und kulturpolitischen Diskussion um Jahre voraus.

Mit Kunst Zukunft gestalten

Das Prinzip von MUS-E ist ebenso einfach wie konsequent: Künstlerinnen und Künstler aus den Sparten Musik, Tanz, Theater und bildende Kunst "unterrichten" jede Woche für jeweils zwei Stunden Kinder oder Jugendliche und ihre Lehrer in ihrer Kunst – als Bestandteil des regulären Unterrichts. Jeder Künstler bleibt mindestens ein Jahr lang in seiner Klasse, jedes Kind lernt mindestens drei Jahre lang mit MUS-E Künstlern seine eigene "Sprache der Gefühle" zu entwickeln und mit dem wachsenden Selbstvertrauen auch die "Sprachen" der Mitschüler zu verstehen – die Basis für Verständigung und eine Grundvoraussetzung für gemeinsames Lernen.

MUS-E trägt Kunst in die Schulen

Vermutlich hat der Erfolg von MUS-E dazu beigetragen, dass Projekte wie "Kultur und Schule", "Jedem Kind ein Instrument", "Tusch" (Theater und Schule) und andere eine hohe Akzeptanz in der Bildungspolitik erreicht haben. Aber noch immer ist MUS-E das am tiefsten und nachhaltigsten im Schulsystem verankerte Programm, mit Mut zu Innovation und Risiko: An sieben "MUS-E Modellschulen" erproben derzeit Künstler und Lehrer gemeinsam, welche künstlerischen Strategien für Lehrer in ihrem Schulalltag tauglich sind.

Wachstum braucht Pflege

Um nachhaltig wirken zu können, benötigen Künstler in Schulen eine intensive Begleitung – und intensive Begleitung kostet Geld. Es ist der Yehudi Menuhin Stiftung Deutschland gelungen, Ministerien, Kommunen, Stiftungen und private Förderer für ein langfristiges Engagement zu gewinnen – das Städtebauministerium NRW und das Schulministerium im Saarland z.B. fördern seit zehn Jahren, mit wachsenden Etats, die RWE AG und die Beiersdorf AG haben sich auch für weitere drei Jahre gebunden.

Dennoch benötigt die Stiftung zur Sicherung bereits laufender MUS-E Programme und zur Befriedigung der Nachfrage und des großen Bedarfs noch Mittel, wie der Geschäftsführer Winfried Kneip erklärt: "Wir erhalten fast täglich Anfragen von Schulleitern, die den Wert kultureller Bildung für ihre Schule erkannt haben und ein bewährtes und gut begleitetes Programm wie MUS-E oftmals auch als letzten Ausweg sehen, um ihre Schüler zu erreichen und neu für das Lernen zu begeistern."

"Wir haben schon viele von Menuhins Zielen verwirklicht" betont auch Rita Süßmuth, die Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung, "aber seine Vision war es, dass an allen Schulen Künstler zu einem festen Bestandteil des Schulsystems werden. Von diesem Ziel sind wir noch weit entfernt. Da muss die Stiftung noch eine Menge Überzeugungsarbeit leisten!"

Weitere Informationen zur Yehudi Menuhin Stiftung Deutschland und dem MUS-E Programm: www.ymsd.de

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