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"Herausforderung für den Ausbildungspakt"

DIHK-Umfrage prognostiziert für 2009 einen Lehrstellen-Rückgang

Mehr zu: Ausbildungspakt, Bildungsgipfel, Fachkräftebedarf, Statistik, Berufliche Bildung
Berlin, 18.03.2009 -

Weniger Ausbildungsplätze, aber auch eine geringere Zahl von Bewerbern: Obwohl die Krise 2009 auf den Ausbildungsmarkt durchschlägt, besteht nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) die Chance, allen ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen ein Angebot zu machen.

Das zeigt eine aktuelle Umfrage des DIHK, an der sich im Februar 2009 insgesamt 13.784 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung beteiligt hatten.

"Aber es besteht kein Zweifel: Dieses Jahr wird auch für den Ausbildungspakt eine große Herausforderung", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, als er heute in Berlin die Ergebnisse der aktuellen Online-Umfrage vorstellte.

Im Ergebnis könnte "die Zahl der neu angebotenen Ausbildungsplätze bei Industrie und Handel zwischen 5 und 10 Prozent sinken". Da aber demografiebedingt die Zahl der Bewerber um mindestens 5 Prozent zurückgehen werde und Ende des letzten Ausbildungsjahres rund 30.000 Ausbildungsangebote ungenutzt geblieben seien, gebe es im Vergleich zum Vorjahr einen gewissen Puffer.

Es komme deshalb jetzt sehr darauf an, "dass die Unternehmen trotz der Krise möglichst viele Ausbildungsplätze bereitstellen", sagte Wansleben. Auch die Jugendlichen müssten sich ihrerseits rechtzeitig und intensiv um einen Ausbildungsplatz bewerben. "Wer flexibel und mobil ist, hat die besseren Chancen."

Die zentralen Ergebnisse der DIHK-Ausbildungsumfrage:

  • 73 Prozent der Unternehmen halten ihr Ausbildungsengagement aufrecht oder steigern es; 27 Prozent der Betriebe geben an, im Jahr 2009 weniger auszubilden als ein Jahr zuvor.
  • Wichtigster Grund für die Schaffung von Ausbildungsplätzen ist die Sicherung des Fachkräftebedarfs. Sie ist für 71 Prozent der Betriebe maßgeblich.
  • Die Auswirkungen der Krise sind regional sehr unterschiedlich: Die Rückgänge fallen umso deutlicher aus, je stärker die Exportorientierung der regionalen Wirtschaft ist. Ein deutliches Minus verzeichnen entsprechend vor allem Bayern und Baden-Württemberg.
  • Bei Großunternehmen und eher inlandsorientierten Branchen wie Gastronomie, Banken und Versicherungen ist die Ausbildungssituation relativ robust. Auch die Ausbildungspläne der Kleinunternehmen sind recht stabil.
  • Demografiebedingt rückläufige Bewerberzahlen melden 40 Prozent der Betriebe in den neuen Bundesländern und 15 Prozent der im Westen ansässigen Unternehmen.
  • Ausbildungshemmnis Nummer eins ist für 64 Prozent (Vorjahr 55 Prozent) der Unternehmen die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger. "Unsichere wirtschaftliche Perspektiven" wurden von 31 Prozent der Befragten genannt (Vorjahr 14 Prozent).

Bei der Ausbildungsreife gibt es laut Wansleben dennoch ein positives Signal: Erstmals deuteten die Umfrageergebnisse darauf hin, dass sich seit dem Pisa-Schock leichte Verbesserungen beim mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen und den elementaren Rechenfertigkeiten ergeben hätten. Diese ersten Fortschritte reichten aber nicht aus. "Die Bundesländer sind hier in der Pflicht, die Schulpolitik ganz oben auf die Agenda zu setzen. Die rasche Umsetzung der Beschlüsse des Dresdner Bildungsgipfels ist umso wichtiger."

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