Weniger Ausbildungsplätze, aber auch eine geringere Zahl von Bewerbern: Obwohl die Krise 2009 auf den Ausbildungsmarkt durchschlägt, besteht nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) die Chance, allen ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen ein Angebot zu machen.
Das zeigt eine aktuelle Umfrage des DIHK, an der sich im Februar 2009 insgesamt 13.784 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung beteiligt hatten.
"Aber es besteht kein Zweifel: Dieses Jahr wird auch für den Ausbildungspakt eine große Herausforderung", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, als er heute in Berlin die Ergebnisse der aktuellen Online-Umfrage vorstellte.
Im Ergebnis könnte "die Zahl der neu angebotenen Ausbildungsplätze bei Industrie und Handel zwischen 5 und 10 Prozent sinken". Da aber demografiebedingt die Zahl der Bewerber um mindestens 5 Prozent zurückgehen werde und Ende des letzten Ausbildungsjahres rund 30.000 Ausbildungsangebote ungenutzt geblieben seien, gebe es im Vergleich zum Vorjahr einen gewissen Puffer.
Es komme deshalb jetzt sehr darauf an, "dass die Unternehmen trotz der Krise möglichst viele Ausbildungsplätze bereitstellen", sagte Wansleben. Auch die Jugendlichen müssten sich ihrerseits rechtzeitig und intensiv um einen Ausbildungsplatz bewerben. "Wer flexibel und mobil ist, hat die besseren Chancen."
Die zentralen Ergebnisse der DIHK-Ausbildungsumfrage:
Bei der Ausbildungsreife gibt es laut Wansleben dennoch ein positives Signal: Erstmals deuteten die Umfrageergebnisse darauf hin, dass sich seit dem Pisa-Schock leichte Verbesserungen beim mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen und den elementaren Rechenfertigkeiten ergeben hätten. Diese ersten Fortschritte reichten aber nicht aus. "Die Bundesländer sind hier in der Pflicht, die Schulpolitik ganz oben auf die Agenda zu setzen. Die rasche Umsetzung der Beschlüsse des Dresdner Bildungsgipfels ist umso wichtiger."