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GEW: "Liebling Grundschullehrerin"

Bildungsgewerkschaft zur aktuellen Allensbach Berufsprestige-Skala

Mehr zu: Grundschule, Lehrerbildung, Statistik, Sonderthemen
Frankfurt am Main, 25.03.2009 -

"Das Gerede vom 'Feindbild Lehrer' trifft für Grundschullehrerinnen und -lehrer nicht zu. Im Gegenteil: Sie genießen zu Recht ein hohes Ansehen in der Bevölkerung. Man könnte fast vom 'Liebling Grundschullehrerin' sprechen", sagte Marianne Demmer, Schulexpertin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), heute mit Blick auf das Ergebnis der aktuellen Allensbach-Berufsprestige-Skala. Nach dieser Untersuchung hätten die Lehrkräfte an Grundschulen gegenüber 2003 noch einmal erheblich an Ansehen dazu gewonnen haben. Sie seien von Rang sechs auf Rang vier der am meisten geschätzten Berufe vorgerückt. Vor ihnen rangierten nur noch Ärzte, Pfarrer und Professoren. Insgesamt 33 Prozent der repräsentativ Befragten zählten die Arbeit an Grundschulen zu den fünf Berufen, die sie am meisten schätzen und vor denen sie am meisten Achtung haben.

Ein sehr viel geringeres Ansehen hätten hingegen Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien. Ihre Wertschätzung habe sich gegenüber 2003 in der Bevölkerung nicht verbessert. Nur 14 Prozent der Befragten hätten sie unter den fünf Berufen genannt, vor denen sie am meisten Achtung haben. Für Demmer machten die Befunde deutlich, dass es in der Wahrnehmung der Bevölkerung "die" Lehrer nicht gibt. Dies spiegele sich auch darin wider, dass die Lehrerschaft von einem einheitlichen Berufsverständnis noch weit entfernt ist. "Die Grundschulpädagogik sieht das Kind und seine Förderung im Mittelpunkt, die Gymnasialpädagogik geht vom Fach und der Wissenschaftspropädeutik aus, der sich die Schüler anpassen müssen", sagte Demmer.

Eine wissenschaftlich fundierte Erklärung für die unterschiedliche Wertschätzung von Grund- und Gymnasiallehrkräften gebe es nach Kenntnis der GEW-Schulexpertin nicht. Auffällig sei jedoch, dass Berufe, denen große Bedeutung für das Wohlergehen der Menschen zugemessen wird, am meisten geschätzt werden. Demmer betonte, dass es erheblichen Klärungsbedarf gebe, warum dies für Gymnasiallehrer nicht genauso wie für Grundschullehrkräfte gelte. Diese Frage müsse auch für die anderen Lehrergruppen wie Sonderpädagogen, Haupt-, Real- und Berufsschullehrer geklärt werden. Bislang könnten die Befragten nur zwischen Lehrkräften an Grundschulen und Gymnasien auswählen.

"Als Gewerkschafterin", so die GEW-Schulexpertin, "habe ich den dringenden Wunsch, dass sich die hohe Wertschätzung der Grundschullehrkräfte endlich auch in ihrer Bezahlung niederschlägt. Die unterschiedlich lange Ausbildung und unterschiedlich hohe Bezahlung der verschiedenen Lehrergruppen ist sachlich durch nichts zu begründen."

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