"Die Einführung einer Einheitsschule nach skandinavischem Vorbild bedeutet zwangsläufig die Abschaffung von Realschulen und Gymnasien im Land. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass es für diesen radikalen Schritt weder eine pädagogische Notwendigkeit noch eine Mehrheit unter den Eltern, Lehrkräften und Schülern gibt", sagte Kultusminister Helmut Rau MdL anlässlich der heutigen Pressekonferenz des Netzwerkes "In einer Schule gemeinsam lernen".
Rau setzt auf eine konsequente Modernisierung des Schulwesens, "die ohne strukturelle Brüche und Verwerfungen auskommt." Mit der neuen Werkrealschule würden bildungspolitisch wohldurchdachte neue Wege beschritten. Das zugrunde liegende pädagogische Konzept verbinde ein Höchstmaß an individueller Förderung mit einer konsequenten Berufsorientierung.
Mit "Entsetzen" reagierte der Kultusminister auf die Aussage Waltraud Berndt-Mohrs vom Arbeitskreis Gesamtelternbeiräte. Sie hatte die auf Basis der Grundschulempfehlung erfolgende Zuweisung der Schülerinnen und Schüler auf die weiterführenden Schularten ebenso als "menschenverachtend" bezeichnet wie den Wechsel auf eine andere Schulart in Folge einer Nichtversetzung.
"Auch in harten bildungspolitischen Auseinandersetzungen sollten wir ein Mindestmaß an gegenseitigem Respekt bewahren. Frau Waltraud Berndt-Mohr muss sich fragen lassen, ob sie im Ernst die Befürworter unseres gegliederten Schulsystems als Menschenverächter abqualifizieren möchte. Das kann und will ich mir nicht vorstellen."