Realschullehrerverband NRW
Eine Lanze für die Lehrer brechen
Realschullehrerverband zur Allensbach-Umfrage.
Mehr zu: Deutschland, Forschung, Lehrerbildung, Nordrhein-Westfalen, Schulpflicht, SchuleVorurteile sind wie Kaugummi – klebrig, hartnäckig und meist ausgelutscht. Nun hat das Allensbach-Institut mal wieder ans Licht gebracht, was die Deutschen über ihre Lehrer denken. Auf den ersten Blick werden einmal mehr die üblichen Klischees bedient: Über zwei Drittel der Befragten finden, dass Lehrer überfordert sind. Mehr als die Hälfte glauben, dass Lehrer zu viel über ihre berufliche Belastung klagen.
Doch die Studie lässt zumindest in Ansätzen auch ein Umdenken erkennen. Nur noch etwa ein Drittel der Bevölkerung glaubt, dass Lehrer viel Freizeit haben und viel Geld verdienen. Dagegen erkennen immer mehr Menschen die Schattenseiten des Berufs: Etwa 60 Prozent sehen, dass Lehrer Erziehungsfehler ausbügeln müssen, die im Elternhaus begangen werden. "Der Lehrerberuf verdient mehr Anerkennung, auch seitens der Politik", kommentiert Brigitte Balbach, Vorsitzende des Realschullehrerverbandes NRW, die Ergebnisse der Studie. "Es ist erfreulich, aber auch bezeichnend, dass Eltern schulpflichtiger Kinder Lehrer in einem besseren Licht sehen, als der Rest der Bevölkerung, der keinen unmittelbaren Bezug zur Schule hat. Alles in allem leisten Lehrer in Deutschland unter oft schwierigen Rahmenbedingungen gute Arbeit. Natürlich gibt es gute und schlechte, motivierte und gleichgültige, begeisterte und überforderte Lehrer. Aber das ist in jedem anderen Beruf genau so", betont Balbach.
Die größten Wünsche der Befragten an Schule sind im Übrigen nicht Sache der Lehrer, sondern der Politik: Kleinere Klassen und weniger Unterrichtsausfall. Da bietet der demografische Wandel enorme Chancen. In Teilbereichen hat die Politik ihre Hausaufgaben bereits gemacht: Das neue Lehrerausbildungsgesetz mit seiner stärkeren Betonung des Praxisbezugs schon während des Studiums ist ein Schritt in die richtige Richtung. Weit hinten auf der Prioritätenliste der Umfrage-Teilnehmer übrigens: Längerer gemeinsamer Unterricht. Offenbar erkennen die Menschen, dass Schulqualität keine Frage von Schulstruktur ist.
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