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Kultusminister Rau: Pädagogische Assistentinnen und Assistenten sind aus den Hauptschulen nicht mehr wegzudenken

Vierjährige Modellphase an Hauptschulen mit großem Erfolg angelaufen / Derzeit 590 pädagogische Unterstützungskräfte im Einsatz / Befragung ergibt: Schülerleistungen steigen, Lernklima verbessert sich

Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungschancen, Förderunterricht, Hauptschule, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Statistik, Unterrichtsversorgung, Schule
Stuttgart, 01.04.2009 -

"Nach nur einem Jahr im Einsatz sind die Pädagogischen Assistentinnen und Assistenten nicht mehr aus den Hauptschulen wegzudenken. Sie entlasten die Lehrkräfte, fördern die Schülerinnen und Schüler mit gezielten Maßnahmen und tragen mit ihrer pädagogischen Arbeit zu einem verbesserten Lern- und Unterrichtsklima bei. Ich bin zuversichtlich, dass die Pädagogischen Assistenten zu einem dauerhaften Bestandteil der Unterrichtskultur an unseren Hauptschulen werden", sagte Kultusminister Helmut Rau am Mittwoch (1. April) in Stuttgart. Am Vortag hatte der Ministerrat einen Bericht des Kultusministeriums über die Startphase des auf vier Jahre angelegten Modellversuchs gebilligt.

Derzeit arbeiten insgesamt 590 Pädagogische Assistenten an rund 550 Hauptschulen. Die größte Gruppe bilden ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher (27,3 Prozent), gefolgt von Bewerbern mit sonstiger fachlicher Vorbildung (27 Prozent) und Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen (16 Prozent). Der durchschnittliche vereinbarte Beschäftigungsumfang beträgt 18,5 Wochenstunden. Die Bandbreite reicht von zehn bis zu 39,5 Zeitstunden pro Woche.

Um erste Rückmeldungen zu erhalten, wurde eine onlinebasierte Erhebung durchgeführt. Darin wurden die hauptsächlichen Einsatzbereiche und die Effektivität der Mitarbeit der Pädagogischen Assistenten bei Schulleitungen, Lehrkräfte und den Assistenten selbst erfragt. Bei allen drei befragten Gruppen zeigen die Ergebnisse, dass die Pädagogischen Assistenten sehr häufig in den Fächern Deutsch und Mathematik zur Förderung in Kleingruppen, zur Lernberatung (60 Prozent) und zur Sprach- und Leseförderung eingesetzt werden (60 Prozent). 72 Prozent unterstützen die Lehrkräfte im Regelunterricht. Bei der Hausaufgabenhilfe reicht die unterstützende Funktion von kontinuierlichen Hilfestellungen bei den anfallenden Hausaufgaben (23 Prozent) bis hin zur punktuellen Unterstützung in Einzelfällen (33 Prozent). Knapp die Hälfte der Assistenten werden bei verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern eingebunden.

Obwohl die Pädagogischen Assistentinnen und Assistenten zum Erhebungszeitraum erst knapp elf Monate an den Hauptschulen im Einsatz waren, zeigt die Bilanz deutliche positive Tendenzen. Die Mitarbeit der Unterstützungskräfte wird von den Schulleitungen (76%) und den Lehrkräften (68%) nicht nur als hohe Entlastung wahrgenommen. Es werden auch positive Effekte bei den Schülerinnen und Schülern festgestellt. Die Leistungen in Deutsch und Mathematik steigen, Hausaufgaben werden regelmäßiger gemacht, das soziale Miteinander und das Klassenklima verbessert sich, die Lernstrategien werden systematischer, die Lern- und Leistungsbereitschaft hat sich ebenso deutlich erhöht wie die Konzentration und Ausdauer. "Fast die Hälfte der befragten Lehrkräfte stellt durch die Mitarbeit der Pädagogischen Assistenten einen veränderten Gedankenaustausch zu Bildungs- und Erziehungsfragen im Lehrerkollegium fest. Diese durch den Dialog geförderte Fähigkeit zum Perspektivenwechsel und zur Selbstreflexion der Lehrkräfte gehört ebenso zur Erfolgsgeschichte der Pädagogischen Assistenten wie die verbesserten Leistungen der Schülerinnen und Schüler", betonte Rau.

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