VBE warnt: Dauerkritik und aktionistischer Reformdruck verhindern entspanntes, effektives Lernen an den Schulen
Mehr zu: Baden-Württemberg, Heterogenität, Hirnforschung, Schulpflicht, Schulstruktur, Sport, SchuleEs gab Zeiten, da genossen grundsätzlich nur Kinder von Privilegierten, von Adligen und Begüterten, (Haus-)Unterricht. Heute, da es eine allgemeine Schulpflicht gibt und fast alle anfallenden Kosten von der öffentlichen Hand getragen werden, haben Schulen permanent gegen ihr schlechtes Image zu kämpfen, beklagt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Das Ergebnis der nächsten Vergleichsstudie fiele mit Sicherheit deutlich besser aus, wenn sich die Einstellung aller Beteiligten änderte und der tägliche Schulbesuch nicht mehr als notwendiges Übel, sondern wieder als wertvolles Vorrecht und Chance angesehen werden würde.
Wenn die Gesellschaft Lehrern nur wenig zutraut und es beinahe als Sport angesehen wird, öffentlich verbale Attacken gegen Pädagogen zu reiten und deren Profession in Frage zu stellen - wie im Lehrerhasserbuch -, spürten diese Ablehnung auch die Schüler und empfänden den Schulbesuch eher als Last, denn als Lust. Für ein erfolgreicheres Lernen wäre es wesentlich günstiger, wenn es wieder als ein "Privileg" angesehen werden würde, in eine öffentliche Schule gehen zu dürfen, versichert der VBE-Sprecher. Hirnforscher hatten in letzter Zeit verstärkt darauf hingewiesen, wie wichtig die Einstellung und das Lernklima für den Schulerfolg seien. Da treten sogar Schulstrukturfragen in den Hintergrund.
Um Kindern und Jugendlichen ein optimales Lernen zu ermöglichen, ist es unumgänglich, dass Schüler gerne zur Schule gehen und dass in einer entspannten und anregenden Atmosphäre gelehrt und gelernt werden kann. Dabei ist nicht "Kuschelpädagogik" angesagt, sondern ein positives und leistungsorientiertes Lernklima. Unzufriedenheit, Dauerkritik und Nörgeln sowie permanenter aktionistischer Reformdruck auf Schulen lähmen das Denken von Schülern und Lehrern und führen im Endeffekt zu noch schlechteren Ergebnissen.
Auch die frühe Verteilung der Kinder auf unterschiedliche Schularten erzeugt unnötigen Druck. Schon bei der Einschulung hängt das Übergangsverfahren auf die weiterführenden Schulen in der vierten Klasse wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Kleinen. Während in jahrgangsgemischten, heterogenen Eingangsklassen die Schwächeren von den Stärkeren lernen sollen, hat dieses pädagogische Prinzip nach Klasse vier keine Gültigkeit mehr. Da reißt man Schülergruppen auseinander, da müssen "hellere Köpfe" plötzlich unter sich sein, wird das Einüben von Sozialkompetenzen unwichtig.
Ansprechpartner
Schule
"Ein Kind mit Lernschwierigkeiten gehört auf eine Regelschule"
08.02.2012. (red) Mit der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen wurde in Deutschland ein Rechtsanspruch auf inklusive Bildung geschaffen. Aber der Ausbau inklusiver Bildungsangebote kommt in Deutschland nur schleppend voran. Von den 485.000 Schülern mit sonderpädagogischem ...Sonderthemen
Kritik an mangelnder Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland
Berlin, 08.02.2012. (hib/AW) Das Deutsche Institut für Menschenrechte übt schwere Kritik an der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland. Der Institutsmitarbeiter Hendrik Cremer begrüßte zwar am Mittwoch Vormittag vor dem Familienausschuss, dass Deutschland die bei der Ratifizierung abgegebene ...Kindergarten / Vorschule
EU-Kommission rügt deutsches Betreuungsgeld
03.02.2012. (dpa) – Die EU-Kommission rügt die deutschen Pläne zur Einführung eines Betreuungsgeldes. "Die EU-Kommission ist überrascht zu erfahren, dass es Ideen gibt, Frauen zu ermutigen, zu Hause zu bleiben", sagte die Sprecherin von EU-Sozialkommissar Laszlo Andor am 1. Februar in Brüssel. "Es gibt ...- „Das Ipad in der Schule wird die Art des Unterrichtens revolutionieren und sicher Lehrern wie Schülern Spaß machen.“
- D. Helmerich zu Schulbücher in USA auf dem iPad
- „Sprachstandsfeststellung? Ok! Aber doch nicht so!“
- Philsmom zu Sprachtests in NRW: Es geht nicht um die Kinder
Aktuelle Lernhilfen
|
Aktuelle Lernhilfen finden
ein Service von lernklick.de
|










didacta - die Bildungsmesse



Newsletter
Feedback