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VBE warnt: Dauerkritik und aktionistischer Reformdruck verhindern entspanntes, effektives Lernen an den Schulen

Mehr zu: Baden-Württemberg, Heterogenität, Hirnforschung, Schulpflicht, Schulstruktur, Sport, Schule
Stuttgart, 10.04.2009 -

Es gab Zeiten, da genossen grundsätzlich nur Kinder von Privilegierten, von Adligen und Begüterten, (Haus-)Unterricht. Heute, da es eine allgemei­ne Schulpflicht gibt und fast alle anfallenden Kosten von der öffentlichen Hand getragen werden, haben Schulen permanent gegen ihr schlechtes Image zu kämpfen, beklagt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Ba­den-Württemberg. Das Ergebnis der nächsten Vergleichsstudie fiele mit Si­cherheit deutlich besser aus, wenn sich die Einstellung aller Beteiligten än­derte und der tägliche Schulbesuch nicht mehr als notwendiges Übel, son­dern wieder als wertvolles Vorrecht und Chance angesehen werden würde.

Wenn die Gesellschaft Lehrern nur wenig zutraut und es beinahe als Sport ange­sehen wird, öffentlich verbale Attacken gegen Pädagogen zu reiten und deren Profession in Frage zu stellen - wie im Lehrerhasserbuch -, spürten diese Ableh­nung auch die Schüler und empfänden den Schulbesuch eher als Last, denn als Lust. Für ein erfolgreicheres Lernen wäre es wesentlich günstiger, wenn es wie­der als ein "Privileg" angesehen werden würde, in eine öffentliche Schule gehen zu dürfen, versichert der VBE-Sprecher. Hirnforscher hatten in letzter Zeit ver­stärkt darauf hingewiesen, wie wichtig die Einstellung und das Lernklima für den Schulerfolg seien. Da treten sogar Schulstrukturfragen in den Hintergrund.

Um Kindern und Jugendlichen ein optimales Lernen zu ermöglichen, ist es un­umgänglich, dass Schüler gerne zur Schule gehen und dass in einer entspannten und anregenden Atmosphäre gelehrt und gelernt werden kann. Dabei ist nicht "Kuschelpädagogik" angesagt, sondern ein positives und leistungsorientiertes Lernklima. Unzufriedenheit, Dauerkritik und Nörgeln sowie permanenter aktio­nistischer Reformdruck auf Schulen lähmen das Denken von Schülern und Leh­rern und führen im Endeffekt zu noch schlechteren Ergebnissen.

Auch die frühe Verteilung der Kinder auf unterschiedliche Schularten erzeugt unnötigen Druck. Schon bei der Einschulung hängt das Übergangsverfahren auf die weiterführenden Schulen in der vierten Klasse wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Kleinen. Während in jahrgangsgemischten, heterogenen Eingangsklassen die Schwächeren von den Stärkeren lernen sollen, hat dieses pädagogische Prinzip nach Klasse vier keine Gültigkeit mehr. Da reißt man Schülergruppen auseinander, da müssen "hellere Köpfe" plötzlich unter sich sein, wird das Einüben von Sozialkompetenzen unwichtig.

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