"Schulbibliotheken für alle Schulen" ist das Ziel eines hamburgweiten Programms, das nun an neun Pilotschulen als Modellprojekt startet. Bis Ende 2009 werden hier moderne Schulbibliotheken eingerichtet und in Betrieb genommen, d. h. mit einem multimedialen Angebot, Lesezonen und Schülerarbeitsplätzen. Während der langen Öffnungszeiten werden die Schülerinnen und Schüler von geschultem Fachpersonal betreut. Die neun Pilotschulen werden durch begleitende Fortbildungen und regelmäßige Netzwerktreffen angeregt, ihre Bibliotheken kreativ in den Unterricht einzubinden. Durch forschendes und entdeckendes Lernen unterstützen die Bibliotheken so die Entwicklung einer neuen Lernkultur.
Die Behörde für Schule und Berufsbildung und die Behörde für Kultur, Sport und Medien setzen mit dem Modellprojekt "Schulbibliotheken für alle Schulen" ein wichtiges Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag um. Als Kooperationspartner entwickeln die Bücherhallen Hamburg das Projekt von Anfang an mit und begleiten es fachlich. Sie unterstützen z. B. die Pilotschulen bei der Einrichtung, entwickeln den Medienbestand und beraten in allen Fragen der Nutzung.
Senatorin Goetsch: "Die neuen Schulbibliotheken sind ein wichtiges Element zur Entwicklung von neuen Unterrichtsformen. Die Schulbibliotheken sind Informationszentrum, Unterrichts- und Erlebnisraum zugleich und ein wichtiger Beitrag zur Leseförderung. Sie eröffnen den Schülerinnen und Schülern individuelle Freiräume über den reinen Unterricht hinaus und leisten einen wertvollen Beitrag zu selbstständigem und individualisiertem Lernen."
Senatorin v. Welck: "Aus der langjährigen engen Zusammenarbeit der Bücherhallen mit Schulen wissen wir, wie wichtig eine gut ausgestattete Schulbibliothek für die Medienkompetenz von Schülern ist. Daher setzen wir uns für die Entwicklung von ´Schulbibliotheken für alle Schulen´ als Ergänzung zum Angebot der Bücherhallen ein. Die teilnehmenden Schulen werden fachlich entlastet und profitieren von der Bibliothekskompetenz der Bücherhallen. Damit festigen wir hier in Hamburg eine Bildungspartnerschaft, die bundesweit Maßstäbe setzt."
"Schulbibliotheken für alle Schulen" startet zunächst als Modellprojekt mit einer Laufzeit von drei Jahren an je drei Grundschulen, Gesamtschulen und Gymnasien im gesamten Stadtgebiet (siehe Anlage). Bei der Auswahl der Schulen achtete die Fachkommission unter anderem auf den KESS-Sozialindex (KESS 1-3), eine größere Entfernung der Schule zur nächsten Bücherhalle und eine insgesamt möglichst breite Streuung über das Stadtgebiet. Außerdem zeichnen sich die ausgewählten Schulen durch besonderen Einsatz bei der Förderung der Lese- und Medienkompetenz aus.
Die Evaluation der Pilotschulen ist für 2011 vorgesehen. Auf Basis der erhobenen Daten wird das Konzept für die Ausweitung des Programms auf die ganze Stadt entwickelt. Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, soll "Schulbibliotheken für alle Schulen" schrittweise umgesetzt werden. Und zwar anhand einer Prioritätenliste, die sich an der Ganztagsschulentwicklung und dem KESS-Sozialindex orientiert. Die Anzahl der Bücherhallen-Standorte in Hamburg wird durch die Ausweitung der Schulbibliotheken nicht beeinflusst.
Das Programm ist in dieser Legislatur mit einem Gesamtbudget von rund 2 Mio. Euro ausgestattet. Hinzu kommen Mittel aus dem sogenannten Medienentwicklungsplan und Eigenleistungen der teilnehmenden Schulen.
Für Rückfragen:
Armin Oertel,
Leiter des Senatorinnenbüros der Behörde für Schule und Berufsbildung
040 - 428 63 46 06
Anlage (PDF)
Liste der Pilotschulen