"Gerade im Bereich der Übernahme pädagogischer Zusatzaufgaben hat sich der Einsatz von Grundschullehrkräften an Gymnasien bislang bewährt". Dieses erste Resümee des seit Schuljahresanfang laufenden Versuches, Grundschullehrerinnen und -lehrer für eine begrenzte Zeit an Gymnasien einzusetzen, hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt gezogen.
Anlass für diese Zwischenbilanz ist die laufende Umfrage des Kultusministeriums über die Erfahrungen der Schulen mit dieser Neuerung. Als Gewinn für die Gymnasien sehen Schüler und Eltern Grundschullehrkräfte insbesondere dann an, wenn sie bestimmungsgemäß eingesetzt werden, Schüler mit Migrationshintergrund zu unterstützen, Übergangsschwierigkeiten aufzufangen und den Informationsfluss unter allen Beteiligten an Grundschulen und Gymnasien über die Anforderungen der beiden Schularten und über das Übergangsverfahren zu verbessern. "In diesen Bereichen können Grundschullehrkräfte ihre Kompetenzen an einem Gymnasium gut entfalten", anerkannte der bpv-Vorsitzende.
Die positive Resonanz auf die durch Grundschullehrkräfte ermöglichten Zusatzangebote im Bereich der individuellen Förderung und Betreuung hätten gleichzeitig deutlich gemacht, dass diesbezüglich tatsächlich ein großer Bedarf an bayerischen Gymnasien besteht: "Schüler und Lehrkräfte sind seit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums auf pädagogisches Förder- und Betreuungspersonal als zusätzliche Unterstützung dringend angewiesen. Der temporäre Einsatz abgeordneter Grundschullehrkräfte kann aber keine Dauerlösung sein. Vor dem Hintergrund des Lehrermangels haben wir Gymnasiallehrer derzeit allerdings selbst alle Hände voll zu tun, den stundenplanmäßigen Unterricht zu gewährleisten. Freiräume für eine substanzielle Verbesserung der individuellen Förderung einzelner Schüler sind erst dann möglich, wenn genügend Personal zur Verfügung steht und die Arbeitsbelastung für uns Lehrkräfte wieder auf ein vernünftiges Maß zurückgeschraubt wird", betonte Schmidt abschließend.