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VBE: Killerspielen gemeinsam den Kampf ansagen

Eltern können viel schneller reagieren als der Gesetzgeber

Mehr zu: Baden-Württemberg, Hirnforschung, Killerspiele, Medienkompetenz, Schule
Stuttgart, 25.04.2009 -

Wenn nach dem Kriminologen Christian Pfeiffer und dem Hirnforscher Manfred Spitzer jetzt auch Innenminister Heribert Rech (CDU) vor Ge­waltexzessen auf Bildschirmen in Kinderzimmern warnt, müssten bei El­tern alle Alarmglocken schrillen, sagt der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE). Und da das Elternhaus viel schneller und effektiver auf Kinder einwirken kann, als das ein langwieriges Gesetzgebungsverfah­ren schafft, steht einem raschen Handeln eigentlich nichts im Weg.

Nicht alle Fans von Killerspielen und brutalen Gewaltfilmen drehen irgendwann einmal durch, aber alle jugendlichen Amokläufer haben sich zuvor - so heißt es - medialem Horror ausgesetzt. Wenn verantwortungsvolle Eltern das bewusst zur Kenntnis nehmen, müssten sie eigentlich wissen, was sie zu tun haben - auch ohne Gesetzesvorgabe, mahnt der VBE-Sprecher.

Coole Negativhelden, die grausame Racheakte und Selbstjustiz als einzig mögli­che Konfliktlösung praktizieren, sowie die Möglichkeit, bei Computerspielen per Mausklick Macht auszuüben, über Leben und Tod zu entscheiden, beeindru­cken die jungen Medienkonsumenten, prägen sie und fordern - zumindest un­terschwellig - zur Nachahmung auf. Auf Dauer nistet sich permanent präsente mediale Gewalt in den Köpfen der Kinder ein. "Jugendliche zeigen später genau die fatalen Denkstrukturen und destruktiven Verhaltensmuster, die ihnen über Jahre mittels Bildschirm in das Gehirn fest eingebrannt worden sind", warnt der VBE-Sprecher. Wenn Eltern Kinder unbeaufsichtigt vor dem Bildschirm sitzen lassen und oft nicht einmal wüssten, was diese überhaupt anschauten, sei das un­verantwortlich. Vor allem bei fehlender "Nestwärme" wirke mediale Gewalt nachhaltig negativ auf Kinder und Jugendliche.

Die Neigung mancher Erziehungsberechtigten, möglichen Konfliktsituationen durch Wegschauen aus dem Weg zu gehen, kann ebenfalls Gewalt fördernd sein. "Besonders schlimm ist es, Kindern, die zur Aggressivität neigen, nicht sehr früh Grenzen aufzuzeigen und sie stattdessen, wenn sie ausrasten, gewähren zu lassen - oft aus falsch verstandener Liebe", moniert der Verbandssprecher.

Werte, für die die Jugend offen ist, wie soziales Engagement, Solidarität und Gerechtigkeit werden zwar auch in Schulen (vor)gelebt und gepflegt, Eltern darf man jedoch nicht aus ihrer Erstverantwortung entlassen.

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