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Letzte Änderung: 08.02.2012, 17:28
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Kein Abschluss ohne Anschluss

Resolution zur Fachtagung der Ausschüsse Realschulen, der Gymnasien und Berufsbildende Schulen vom 24.04. bis zum 26.04. 2008 in Tabarz zum Thema "Nachhaltige Bildung als Voraussetzung für die berufliche Zukunft - Durchlässigkeit im deutschen Bildungssystem"

Mehr zu: Auslese, Bildungschancen, Bildungsgerechtigkeit, Durchlässigkeit, Föderalismus, Gymnasium, Weiterbildung, Berufliche Bildung, Schule
Oranienburg, 30.04.2009 -

Das Abitur ist der höchstmögliche schulische Bildungsabschluss und eröffnet alle Möglichkeiten für eine zukunftsorientierte Berufsfindung. Daher streben Eltern und Kinder vielfach diesen Bildungsgang an. Frühzeitige Selektion durch Schullaufbahnentscheidung und fehlende Durchlässigkeit im gegliederten Schulsystem kann zu fehlerhafter Wahl und damit zu Über- bzw. Unterforderung führen. Hinzu treten sozial bestimmte Zugangshürden, die einen individuell zutreffenden Bildungszugang behindern. Die Durchlässigkeit des Bildungssystems muss sich von den unterschiedlichen Entwicklungsschüben der Kinder leiten lassen, um eine größtmögliche Chancengleichheit in der Erreichung des jeweils maximal möglichen Bildungsabschlusses sicherzustellen. Nicht nur das schulische, sondern lebenslanges Lernen ist für eine erfolgreiche Berufskarriere unerlässlich.

Jeder Bildungsabschluss muss dem Leitprinzip "Kein Abschluss ohne Anschluss" folgen. Bildungssackgassen darf es nicht mehr geben. Alle vertikalen und horizontalen Gliederungen des Bildungssystems – vom Kleinkind über Schule bis zur Berufs-aus- und -weiterbildung – müssen didaktisch und strukturell miteinander verbunden und aufeinander bezogen werden.

Dazu muss insbesondere:

  • Bildung die Ausbildungs-, Studier- und Berufsfähigkeit zum Ziel haben,
  • die verpflichtende Beratung von Kindern, Eltern und Lehrern zu den unterschiedlichen Bildungsmöglichkeiten, deren Besonderheiten, Perspektiven und Inhalte in jeder Entwicklungsphase erfolgen,
  • sichergestellt werden, dass nicht die finanzielle Situation der Familie über den Bildungszugang entscheidet (z. B. gebührenfreie Vorschule, kostenfreier Schülertransport, Lehr- und Lernmittelfreiheit),
  • Bewertung individuell und vorurteilsfrei durch Lehrkräfte erfolgen, insbesondere unabhängig der sozialen Herkunft,
  • den Lehrkräften die notwendige Kompetenz vermittelt werden (Stärkung Pädagogik und Psychologie, Methodik und Didaktik),
  • Bildung bundesweit vergleichbar und kompatibel sein, besonders hinsichtlich der jeweiligen Abschlüsse und Standards. Erfolgreiche Lösungsansätze einzelner Bundesländer sind kontinuierlich weiterzuentwickeln und bundesweit anzubieten.

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