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VBE: Behinderte und nichtbehinderte Kinder zusammen lernen lassen!

Mehr zu: Auslese, Bildungschancen, Bildungsgerechtigkeit, Deutschland, Gleichstellung, Inklusion, Prävention, Schulstruktur, Unterrichtsversorgung, Schule
Berlin, 04.05.2009 -

Aus Anlass des morgigen Internationalen Aktionstages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen fordert VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann: "Die Länder müssen endlich ihre Hausaufgaben machen und die erforderlichen personellen, sächlichen und räumlichen Bedingungen an allgemeinen Schulen für eine gemeinsame Unterrichtung von behinderten und nichtbehinderten Kindern schaffen. Die Umsetzung der von Deutschland unterzeichneten UN-Behindertenkonvention liegt nach der Föderalismusreform vor allem in der Verantwortung der Länder. Allerdings hat man den Eindruck, dass einige Länder eher bereit sind, die Auslesetechniken zu verschärfen anstatt die Bedingungen für gemeinsames Lernen zu verbessern."

Als "Riesenproblem für mehr Integra­tion an allgemeinen Schulen" bezeichnet Beckmann den Lehrermangel in Deutschland. "Für gemeinsame Unterrichtung brauchen Schulen eine deutlich bessere Lehrerausstattung und vor allem Sonderpädagogen, die den spezifischen Bedürfnissen von Menschen mit Beeinträchtigungen gerecht werden können. Quereinsteiger mit notdürftiger pädagogischer Qualifikation sind schlicht und einfach überfordert."

"Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat vor nunmehr 15 Jahren ausdrücklich die sonderpädagogische Förderung an allgemeinen Schulen empfohlen", erinnert der VBE-Bundesvorsitzende. Das Ergebnis sei mehr als traurig. Nur 15,7 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf würden inzwischen laut 2. Nationalen Bildungsbericht integrativ lernen. "Es kann nicht Knall auf Fall um die Abschaffung aller Förderschulen gehen", so Beckmann, "aber es darf auch keinen erzwungenen getrennten Unterricht geben. Eltern müssen ein Wahlrecht bekommen."

"Beim Konjunkturpaket II wird eine neuerliche Chance vertan, mehr allgemeine Schulen barrierefrei umzubauen", bedauert Beckmann. "Das zeigt, dass ein gemeinsamer Unterricht Behinderter und Nichtbehinderter noch nicht genügend im Denken der Verantwortlichen ist."

Der VBE-Bundesvorsitzende betont, dass auf einen Wechsel von der Förderschule in die allgemeine Schule drei Wechsel an eine Förderschule kämen. Beckmann bekräftigt: "Jährlich werden zehn Milliarden Euro Eingliederungshilfe für Abgänger aus Förderschulen ausgegeben. Es ist zielführender, mehr Geld in frühzeitige Präventionsmaßnahmen zu investieren und mehr Geld für gemeinsamen Unterricht behinderter und nichtbehinderter Schülerinnen und Schüler auszugeben." ­

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