Eine Klassenwiederholung ist meist verschwendete Zeit, weil sie häufig nicht zu Lernzuwächsen führt. Deshalb unterstützt der VBE die für das kommende Schuljahr geplante Ausweitung der Initiative "Komm mit!" gegen das Sitzenbleiben.
"Alle wissenschaftlichen Studien belegen, dass Klassenwiederholungen nicht zur Leistungssteigerung führen", so der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. "Wir müssen nach Alternativen suchen, die einen respektvolleren Umgang mit der Lern- und damit Lebenszeit von Kindern und Jugendlichen ermöglichen."
Schulen suchen nach solchen Alternativen. Der VBE begrüßt deshalb, dass die Landesregierung der Bitte des VBE nach Ausweitung des Projekts gegen das Sitzenbleiben gefolgt ist und weiteren 400 Schulen die Teilnahme ermöglichen will.
"Wir sind sicher, dass bei dieser Initiative an allen Schulformen tragfähige Alternativen zum Sitzenbleiben entwickelt werden, die dann auch auf andere Schulen übertragen werden können", so Beckmann. "Das Projekt lässt schon jetzt erkennen, dass der Verzicht auf das Sitzenbleiben keine Leistungsnivellierung nach sich zieht. Vielmehr bringt es die Suche nach den besten Fördermöglichkeiten nach vorne. Es ist erkennbar, dass das Projekt den Blickwinkel von Lehrerinnen und Lehrern verändert. War die Klassenwiederholung früher noch bei Leistungseinbrüchen die Regel, so wird sie zunehmend zur Ausnahme."
Der VBE vertritt die Auffassung, dass das Schulministerium im nächsten Schritt die formalen Vorgaben für eine Klassenwiederholung überarbeiten sollte.
"Das wäre ein gutes Signal dafür, dass das Sitzenbleiben in der Schule der Zukunft kein Regelinstrument mehr sein soll", so Beckmann abschließend.
Christel Jungmann
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Verband Bildung und Erziehung (VBE e.V)
Westfalendamm 247
44141 Dortmund
Tel.: 0231 / 42 57 57 - 18
Fax: 0231 / 42 57 57 - 10
www.vbe-nrw.de