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Letzte Änderung: 10.02.2012, 11:01
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Pressemeldung
GEW Niedersachsen

Über 10.000 Teilnehmer am 9. Mai 2009 in Hannover - Eine der größten Bildungsdemonstrationen in Niedersachsen

Wann traut sich Wulff eine Kurskorrektur in der Schulpolitik zu? Eindeutige Erwartungen von Kommunen, Landeselternrat, Schülern und GEW: Es wird Zeit für einen runden Tisch zur Lösung der brennenden Probleme!

Mehr zu: G8, Gesamtschule, Niedersachsen, Schulstruktur, Schule
Hannover, 10.05.2009 -

Von diesem Erfolg waren die Veranstalter überwältigt. Ihre optimistische Prognose lag bei 5.000, doch gekommen waren mehr als doppelt so viele. Bei dem Demonstrationszug, der fast die gesamte Innenstadt von Hannover umkreiste, war eine große Zahl von Familien mit ihren Kindern zu erkennen. Die an der Planung beteiligten 44 Integrierten und Kooperativen Gesamtschulen waren an ihren Schullogos zu identifizieren. Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen blieben eng zusammen. Phantasievolle selbstgemalte Transparente bestimmten das Bild. Allen stand die Freude über die Kraft gemeinsamen Handelns ins Gesicht geschrieben. "Jeder konnte den Willen der Beteiligten spüren mit weiteren Aktionen aktiv zu bleiben, bis ein Kurswechsel in der Schulpolitik erreicht wird", kommentierte der GEW-Landesvorsitzende Eberhard Brandt.

Mit Witz und Ironie brachte das Schüler-Theater der IGS Langenhagen seine Kritik an der Einführung schulform-spezifischer Kurse auf den Punkt. Nach den Reden tanzte der Opernplatz nach dem Rock der Lehrerband (Helene-Lange - IGS aus Oldenburg) und dem Rap der Gruppe "Reinheit" aus Braunschweig. Extra für diese Veranstaltung wurden der Text und die Musik geschrieben. Schulpolitische Texte waren es natürlich, kritisch und unmissverständlich, gegen die Desasterpolitik der Wulff -CDU-Regierung. "Bei dieser Bewegung ist noch Musik drin!", war sich Eberhard Brandt sicher.

Grußworte und Reden hielten: Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover Stephan Weil, die Schülerinnen Amina Yousaf (IGS Mühlenberg, Hannover) und Leoni Peters (Schülerin IGS Franzsches Feld, Braunschweig), Sebastian Fröhlich vom Landesschülerrat, Peter Krone als Vertreter der Freien Waldorfschulen, Pascal Zimmer (Vorsitzender des Landeselternrats) und Eberhard Brandt (GEW).

"Der gemeinsame Nenner bestand in dem Anspruch an die Schulpolitik des Landes, Kommunen, Eltern und Schülerschaft nicht bevormunden zu lassen. Sie wollen selbst entscheiden, ob sie Schulen des gegliederten Schulwesen wünschen oder Gesamtschulen als Alternative.", so Eberhard Brandt. Mit der zwangsweisen Einführung des Turbo-Abiturs an Gesamtschulen und der verpflichtenden Einführung von schulformspezifischen Kursen versuche Ministerpräsident Wulff ihnen ihren Schatz, den gemeinsamen Unterricht in der integrierten Sekundarstufe I, zu rauben. Wulff wolle damit die Gesamtschulen als Alternative zerschlagen. Pascal Zimmer hob hervor, dass diese Bevormundung auf den Widerspruch aller Eltern stieße, unabhängig davon, ob sie selbst ihre Kinder beim Gymnasium oder bei der Gesamtschule anmelden wollen.

Oberbürgermeister Weil drückte aus, was viele Bürgermeister und Landräte unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit denken: Kommunen müssen das Recht haben, solche Schulen anzubieten, die die Eltern ihrer Gemeinden wünschen. Das Turbo-Abitur nach Klasse 12 passe nicht zur Gesamtschule als Alternative. Entsprechend der Elternbefragung plane die Stadt Hannover drei neue IGSen. Zehn sind es bald insgesamt.

Der GEW-Vorsitzende Eberhard Brandt plädierte für den Erhalt der Vollen Halbtagsgrundschulen und forderte darüber hinaus, alle Grundschulen nach diesem Modell so mit Grundschullehrerinnen auszustatten, dass genug Stunden für Förder- und Vertretungsunterricht vorhanden sind. In einer flexiblen Eingangstufe sollten Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte zusammenarbeiten, bei genereller Integration von Kindern mit Behinderungen.

Brandt forderte als Alternative für das G8 an Gesamtschulen und Gymnasien eine flexible gymnasiale Oberstufe, die in zwei bis vier Schuljahren absolviert werden kann. "Das wäre modern!", so Brandt "Keine generelle Schulzeitverkürzung, sondern eine Individualisierung der Schulzeit am Anfang und am Ende der Schullaufbahn."

Brandt bat die CDU- und FDP-Politiker in den Landkreisen und Gemeinden, ihre Erfahrungen in der Partei offen zur Sprache zu bringen. Er appellierte an die Landtagsfraktionen von CDU und FDP: "Haben Sie den Mut von der Konfrontation Abschied zu nehmen und Kooperation zu wagen!" Ein Konsens der Vertretungen der Landkreise, Städte und Gemeinden mit dem Landeselternrat und der GEW als größter Bildungsorganisation sei erforderlich, um die anstehenden Probleme in der Schulpolitik zu lösen.

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