GEW Nordrhein-Westfalen
Lernstandserhebungen "VERA" wenig aussagekräftig
Grundschulen verunsichert
Mehr zu: Lernstandserhebung, Nordrhein-Westfalen, VERA (Studie), Vergleichsarbeiten, SchuleDie GEW hält die Lernstandserhebungen VERA bei den gut 175.000 Grundschülern, die gestern im Fach Deutsch und morgen in Mathematik stattfinden, für verfehlt und pädagogisch unangemessen.
Lehrer und Eltern reagieren nach Information der GEW mit Verunsicherung. Seitdem die 3.400 Grundschulen Kenntnis über die Themenauswahl haben, praktizieren viele Lehrerinnen und Lehrer nur noch ein "teaching for the test", um den Schülern Misserfolge zu ersparen. Eltern kaufen sogar Aufgabenhefte, um nachmittags mit ihren Kindern weiter zu üben.
GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber erklärte heute in Essen: "VERA und die curricularen Vorgaben für die Grundschulen passen nicht zusammen. Eine objektive Leistungsmessung ist mit den Testvorgaben nicht möglich."
In den Vergleichsarbeiten werden Themen abgefragt, die in den dritten Klassen in NRW nicht zwingend bis zum heutigen Tag bearbeitet worden sind. So setzten sich die Grundschüler in Mathematik mit der Wahrscheinlichkeitsrechung und mit Raummaßberechnungen auseinander. In Deutsch war u.a. die Einladung zu einem Piratenfest zu verfassen. Beide Aufgabengebiete gehören an vielen Grundschulen erst zum Stoff der vierten Klasse.
Der eigentliche Sinn der auch von der GEW gewollten Lernstandserhebungen - nämlich einen Überblick über den Leistungsstand der Grundschüler zu erhalten und Hinweise für die Verbesserung der Unterrichtsqualität zu erhalten - gerät nach Auffassung des GEW-Landesvorsitzenden vollends aus dem Blick. Der Verdacht werde genährt, dass das Testverfahren doch nur dem Ziel des Schulministeriums dient, Informationen für ein Schulranking der vermeintlich besten Grundschulen im Land zu bieten.
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