"Der Sinn der Lernstandserhebungen scheint in Vergessenheit zu geraten", moniert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. "Es geht hierbei nicht darum, für den Test zu lernen, sondern um Erkenntnisgewinne für die Schulen."
Die Vereinbarung über bundesweite Bildungsstandards war eine Konsequenz der Ergebnisse der ersten PISA-Studie. Zu dieser Vereinbarung gehört selbstverständlich auch die regelmäßige Überprüfung, ob und inwieweit Schülerinnen und Schüler über die Fähigkeiten verfügen, die die Bildungsstandards vorgeben.
"Solche Überprüfungen sind aber nur sinnvoll, wenn sie von den Schulen für die Weiterentwicklung ihrer pädagogischen Arbeit genutzt werden können", so Beckmann. "Allmählich gewinnt man aber den Eindruck, die Politik sei mehr daran interessiert, um jeden Preis gute Ergebnisse zu erzielen, um sich selbst damit feiern zu können."
Die Ergebnisse der VERA-Erhebungen können in NRW ergänzend herangezogen werden, wenn ein Kind zwischen zwei Noten steht. Diese von der schwarz-gelben Landesregierung durchgesetzte Regelung hält der VBE für falsch. Sie führt dazu, dass Eltern ihre Kinder aus nachvollziehbaren Gründen auf die Tests vorbereiten wollen.
"Die Bildungspolitik sei daran erinnert, dass Schulen nicht dadurch besser werden, dass man quasi gute Testergebnisse um jeden Preis von ihnen fordert", so Beckmann. "Es geht hier nicht darum, der Politik Futter dafür zu geben, dass diese alles so belassen kann, wie es ist. Die Ergebnisse der Tests sollen vielmehr für die einzelne Schule eine Rückmeldung darüber sein, wo sie gut ist und wo sie sich verbessern muss."
Christel Jungmann
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
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