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Schavan: "Medienbildung ist unverzichtbar"

Studie zu "Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur" in Bonn vorgestellt

Mehr zu: Außerschulische Lernorte, E-Learning, Jugendschutz, Kulturelle Bildung, Medienkompetenz, MINT-Fächer, Schavan, Sonderthemen
Bonn, 18.05.2009 -

"Digitale Medien sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Wir brauchen sie als Informationsquelle, als Kommunikationshilfe und für unser alltägliches Tun und Handeln. Es kommt nun darauf an, allen Menschen Medienbildung zu ermöglichen", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan am Montag. Anlass ist der Bericht "Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur", den eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingesetzte Expertenkommission zur Medienbildung heute in Bonn vor einer großen Fachöffentlichkeit aus Berufspraktikern, Wissenschaftlern, Gewerkschaften und Verbänden vorstellt.

Medienbildung wird in dem Bericht als unverzichtbarer Baustein für die Persönlichkeitsentwicklung, die gesellschaftliche Teilhabe und die Beschäftigungsfähigkeit verstanden. "Medienbildung muss als Querschnittsaufgabe in unser Bildungssystem integriert werden. Wir können Kinder und Jugendliche nicht für die Welt von morgen mit Arbeitstechniken von gestern ausbilden", sagte die Ministerin.

Die Entwicklung des Internet zu einem weltweiten Medium, die steigende Informationsflut und die Weiterentwicklung von Suchmaschinen, die Möglichkeiten der Visualisierung, die Anwendungen im Bereich Web 2.0, die neuen Formen von Online-Computerspielen und weitere Entwicklungen haben eine Fülle von Fragen aufgeworfen, die heute im Zusammenhang mit dem Urheberrecht, dem Jugendmedienschutz, dem Persönlichkeitsschutz, mit den Fragen des Vertrauens und der Verantwortung im Netz, mit Suchtverhalten, mit e-Learning und kooperativen Arbeitsformen sowie mit den strukturellen Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft diskutiert werden. Eine Quintessenz aller dieser Diskussionen ist die Forderung nach dem urteilsfähigen, kompetenten Nutzer.

Welche Kompetenzen notwendig sind, will der von Wissenschaftlern und Berufspraktikern erarbeitete Bericht zeigen. Er soll einen Orientierungsrahmen für die Medienbildung geben, an dem sich die vielen Initiativen zur Medienkompetenz messen lassen. Insgesamt ordnen die Verfasser der Studie der Medienkompetenz vier Themenfelder zu:

  • Information und Wissen
  • Kommunikation und Kooperation
  • Identitätssuche und Orientierung
  • Digitale Wirklichkeit und produktives Handeln

Der Bericht schließt mit der Forderung an Bund und Länder, die Medienbildung innerhalb ihrer Zuständigkeiten voranzubringen. Der Bund wird gesondert aufgefordert, mit einer Initiative zur Medienbildung in der Ausbildung zusammen mit den Sozialpartnern ein Signal zu setzen, auf das Initiativen der Länder oder Initiativen Dritter folgen sollten. Schavan: "Das Internet hat sich zu einer Form von Wirtschafts-, Sozial- und Kulturraum entwickelt. Hier Orientierung zu vermitteln, ist staatlicher Bildungsauftrag. Der Bericht ist ein hervorragender Leitfaden für die Ausgestaltung der Medienbildung. Ich werde die Vorschläge der Experten gerne aufgreifen und zusammen mit den Sozialpartnern eine Initiative zur Medienbildung in der Ausbildung ins Leben rufen."

Der Bericht der Expertenkommission ist unter www.bmbf.de/pub/kompetenzen_in_digital_kultur.pdf abrufbar.

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