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VBE warnt: Bildung bedeutet nicht, sich lediglich auf die nächste Klassenarbeit vorzubereiten

Mehr zu: Auslese, Baden-Württemberg, Grundschule, Zensuren, Schule
Stuttgart, 02.06.2009 -

Rund acht Wochen sind es noch bis zum Schuljahresende. Für Schüler mit schlechteren Zensuren fängt jetzt das Zittern an, ob die Noten für die Ver­setzung ausreichen. Trotz dieser sicher berechtigten Sorge warnt der Ver­band Bildung und Erziehung (VBE) davor, alles Lernen lediglich nach Noten auszurichten. Eine umfassende Bildung zu haben, ist auch im Zeit­alter der Evaluation mehr, als nur gute Klassenarbeitsnoten einzusammeln.

Leider geht es heute immer weniger um Lern- und Bildungsinhalte, als vielmehr um Punkte, Zensuren, Zertifikate und computergestützte Rankinglisten, bedauert der VBE die ungute Entwicklung in den Schulen. Die meisten Schüler lernen nach dem Motto: in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Stoff aufnehmen, die­sen "zwischenspeichern", möglichst präzise in der Klassenarbeit wiedergeben, dadurch gute Noten einheimsen und das Gelernte danach rasch wieder verges­sen. Eine solche Vorgehensweise leistet weder einen Beitrag für das geistige Durchdringen eines Fachgebietes noch für vernetztes Forschen.

Alle Kinder sollten am Ende der Grundschulzeit die Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen sicher beherrschen. Für den schulischen Erfolg ent­scheidend ist dabei das Lernen mit allen Sinnen, also mit Kopf, Herz und Hand. Das ist keine neumodische Erkenntnis, sondern ein methodischer Ansatz, den der Schweizer Pädagoge Pestalozzi bereits vor 200 Jahren praktiziert hat. Schü­ler lernen im Unterricht vor allem durch eigenständiges, praktisches Tun. Sie erfassen dabei Regeln des Lernens, erkennen eigene Stärken und Schwächen, planen und steuern Lernprozesse und überprüfen selber die Ergebnisse. Dabei lernen die Schüler nicht für Noten, sondern in erster Linie für sich selbst.

Zu einer guten Lernkultur gehört eine entsprechend sensibler Umgang mit Feh­lern. Wenn Kinder und Jugendliche wegen des Selektionsdruckes ständig Angst vor schlechten Noten haben müssen und glauben, bestimmte Aufgaben nicht be­wältigen zu können, bleiben Neugier, Experimentier- und Lernfreude bald auf der Strecke. "Schüler müssen Fehler machen dürfen", unterstreicht der VBE-Sprecher.

Damit Kinder und Jugendliche individuell gefördert werden können, brauchen Lehrer für jeden einzelnen Schüler sehr viel Zeit. Deshalb sind kleinere Klassen und Lerngruppen zwingend notwendig und kein Luxus.

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