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Zöllner: Berlin setzt Priorität bei Bildung

Zum bundesweiten Bildungsstreik am 17. Juni 2009

Mehr zu: Berlin, Bildungschancen, Bildungsgerechtigkeit, Bildungsstreik, Bologna-Prozess, Deutschland, KITA, Schülerstreik, Sekundarschule, Stiftungen, Studiengebühren, Kindergarten / Vorschule, Hochschule, Schule
Berlin, 17.06.2009 -

Im Hinblick auf den deutschlandweiten Streiktag zur Bildungspolitik erklärt Bildungs- und Wissenschaftssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Bildung muss Priorität in Deutschland haben. Hierbei sind alle Bereiche von Politik und Gesellschaft gefordert, der Bildung oberste Priorität einzuräumen, nur so können wir unser rohstoffarmes Land für die nachfolgenden Generationen zukunftsfähig machen. Im letzen Jahrzehnt hat die Politik gewaltige Anstrengungen unternehmen, um das gesamte Bildungssystem von der Kita bis zur Hochschule und darüber hinaus zu reformieren. Wir haben dabei schon viel erreicht, dennoch bin ich davon überzeugt, dass wir noch mehr erreichen können und müssen. Wir brauchen dafür ein noch größeres gemeinsames Engagement für Bildung und noch mehr Elan bei der Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen.

Anhand von Forderungen des Bildungsstreiks kann Berlin eindrucksvoll belegen, dass Bildung bei uns Priorität hat."

Berlin kann insbesondere folgende Leistungen und Konzepte vorweisen:

  1. Schulstruktur verbessern. Bildungssenator Zöllner hat einen Schulstrukturentwurf vorgelegt, der die Nachteile des mehrgliedrigen Schulsystems überwinden soll. Neben dem Gymnasium soll eine zweite gleichwertige Schulform – die integrierte Sekundarschule – geschaffen werden, die mit einer guten personellen Ausstattung und Infrastruktur in der Lage ist, alle Schülerinnen und Schüler bis zum bestmöglichen Abschluss zu führen.

  2. Entlastung bei G8. Die Verkürzung der Zeit bis zum Abitur (G8) haben fast alle Bundesländer beschlossen. Um die Belastungen durch den hohen Lerndruck zu senken, schlägt Senator Zöllner vor, in allen Sekundarschulen einen flächendeckenden Ganztagsbetrieb einzurichten und die Schülerinnen und Schüler, die es wollen und können, in 13 Schuljahren zum Abitur zu führen. Damit gäbe es neben dem Abitur in 11 oder 12 Jahren einen dritten gleichwertigen Pfad zum Abitur. Schülerinnen und Schüler können sich dann nach ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten entscheiden, welcher Pfad für sie am besten geeignet ist.

  3. Keine Studiengebühren. In Berlin werden keine Studiengebühren erhoben. Nach dem Willen von Wissenschaftssenator Zöllner und der Regierungskoalition bleibt das so.

  4. Kostenlose Kindertagesbetreuung. Im letzten Jahr vor der Schule ist die Kindertagesbetreuung in Berlin schon heute kostenlos. Außerdem wird ab 2010 das vorletzte und ab 2011 auch das drittletzte Kitajahr in Berlin beitragsfrei gestellt. Damit plant Berlin insgesamt rund 50 Millionen Euro für die Beitragsfreiheit aufzuwenden.

  5. Bologna. Senator Zöllner: "Wie immer bei Umstellungen von großen Systemen gibt es Anlaufschwierigkeiten, die man nur von Fall zu Fall lösen kann. Zum Beispiel kann die Überfrachtung in einzelnen Studiengängen nur so geklärt werden, indem die Hochschulen Überflüssiges streichen. Im Gegensatz zu früher kann man in den neuen Studiengängen noch leichter vertiefende Gesichtspunkte verankern. Ich glaube, dass die ersten objektiven Befunde z. B. im 10. Studierendensurvey zeigen, dass die Zufriedenheit sowohl bei den Absolventen, als auch bei den Abnehmern zunimmt."

  6. Bessere Betreuung im Studium. Aus den 58 Millionen Euro, die Berlin für die Ausbildungsoffensive im Masterplan Wissen schafft Berlins Zukunft einsetzt, werden 200 Tutoren eingestellt, 60 Senior- und 30 Juniorprofessoren berufen sowie 70 Nachfolgeberufungen vorgezogen.

  7. Durchlässigkeit. Um das Bildungssystem durchlässiger zu gestalten sind die Kriterien zur Aufnahme von Nicht-Abiturienten flexibilisiert worden.

  8. Investitionen in Bildung. Mit seinen Pro-Kopf-Ausgaben liegt Berlin sowohl in der vorschulischen Bildung und bei Horten (Platz 1, Bertelsmann Stiftung 2008), als auch in der schulischen Bildung (Platz 2, deStatis 2009) und in der Hochschulbildung (Platz 2, deStatis 2008) deutschlandweit an der Spitze.

Bildungs- und Wissenschaftssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Die Priorität Bildung kommt natürlich allen Menschen zu Gute, die in diesen Einrichtungen arbeiten und lernen. In unserem nicht gerade reichen Land Berlin sind die hohen Ausgaben deswegen zu vertreten, weil Berlin nicht nur eine attraktive Schullandschaft mit vielfältigen Profilen und hervorragende Hochschulen haben will, sondern auch weil die sozialen und ökonomischen Probleme groß sind. Berlin muss die Bildungsmetropole Deutschlands werden - und Berlin hat das Potential dafür. Deswegen müssen im kommenden Doppelhaushalt Kitas, Schulen und Hochschulen auch ein finanzpolitischer Schwerpunkt sein."

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