Baden-Württemberg betritt Neuland mit Online-Orientierungsverfahren für künftige Lehramtsstudierende
Frankenberg und Rau: Frühzeitige und gründliche Studienorientierung ist nötig, um die richtige Studienwahl zu treffen
Mehr zu: Baden-Württemberg, Deutschland, Lehrerbildung, Studienwahl, Hochschule, SchuleBaden-Württemberg stellt als erstes Bundesland einen landesweit verbindlichen Selbsttest für künftige Lehramtsstudierende bereit. Unter der Internetadresse www.bw-cct.de wird heute (22. Juni) ein entsprechendes Online-Verfahren zur Studienorientierung freigeschaltet. Für Studienanfänger der Lehramtsstudiengänge wird der Selbsttest spätestens ab 2011 verpflichtend. Genutzt werden kann der Selbsttest aber schon jetzt.
"Gerade für den Lehrerberuf ist eine frühzeitige und gründliche Studienorientierung wichtig. Das kompakte und ansprechend gestaltete Orientierungsverfahren dient der Selbstorientierung und Selbsteinschätzung. Es hilft, die richtige Studienwahl zu treffen", erklärten Wissenschaftsminister Peter Frankenberg und Kultusminister Helmut Rau am 22. Juni in Stuttgart.
"Die Teilnehmer an dem Online-Verfahren können sich mit verschiedenen wissenschaftlich evaluierten Fragebogen selbst erkunden", so Frankenberg weiter. "Nach dem Ausfüllen bekommen sie eine detaillierte Rückmeldung. Dies geschieht in einem anonymen und individuell geschützten Rahmen, die Ergebnisse erfahren allein die Teilnehmer selbst".
Nach den Worten von Kultusminister Rau "zeigen verschiedene Studien, dass es auf die Person des Lehrers ankommt, um zum einen gut und motivierend zu unterrichten und zum anderen trotz starker Anforderungen des Arbeitsfeldes seine Gesundheit zu erhalten. Das Land ermöglicht deshalb den angehenden Studierenden des Lehramts, mit diesem Online-Selbsttest zu überprüfen, ob sie die persönlichen Voraussetzungen für den Lehrerberuf mitbringen."
Das baden-württembergische Orientierungsverfahren für künftige Lehramtstudierende besteht im Wesentlichen aus dem bewährten und breit anerkannten "Career Counselling for Teachers", das von einer internationalen Forschergruppe um Prof. Dr. Johannes Mayr von der Universität Klagenfurt entwickelt wurde. Die Einführung des Selbsttests zur Studienorientierung für den Lehrerberuf war vom Landtag Ende 2007 beschlossen worden. Dazu bildete das Wissenschaftsministerium eine Expertengruppe aus Vertretern der Hochschulen, der Staatlichen Seminare für Didaktik und Lehrerbildung, des Wissenschafts- und des Kultusministeriums. Die Arbeitsgruppe prüfte verschiedene Orientierungsverfahren bzw. Online-Tests für den Lehrerberuf und entschied sich dann für die Adaption (Implementierung) des "Career Counselling for Teachers" (CCT).
Um den Online-Selbsttest für die Studieninteressenten möglichst gewinnbringend einzusetzen, gibt die von der Expertengruppe erarbeitete Onlineplattform viele Informationen rund ums Lehramtsstudium in Baden-Württemberg. So stellen sich unter anderem alle Hochschulen mit Lehramtstudiengängen vor. Die Studiengänge werden mit ihren Charakteristika präsentiert, auch wird eine Prognose zur Lehrereinstellung auf der Website angeboten.
Wissenschaftsminister Frankenberg wies darauf hin, dass für alle Studienanfänger ab 2011 die Verpflichtung besteht, ein Orientierungsverfahren - zum Beispiel einen Online-Selbsttest - zu absolvieren. Dabei werden die Studienbewerber als Zulassungsvoraussetzung lediglich den Nachweis vorlegen müssen, dass sie diese Studienorientierung absolviert haben; die inhaltlichen Ergebnisse jedoch erfährt nur der Studienbewerber selbst. "Mit dem Lehrertest betreten wir jetzt schon Neuland, weil dieser gerade in dem besonderen Feld der Lehrerausbildung ein hervorragendes Mittel zur Studienorientierung und Optimierung der Studiengangwahl ist." Ein allgemeiner Selbsttest zur Studienorientierung, der sämtliche Studienangebote der Hochschulen im Land umfasst, wird derzeit ebenfalls vom Wissenschaftsministerium erarbeitet und wird im kommenden Jahr online gehen.
Abschießend erklärten Frankenberg und Rau: "Mit dem Online-Lehrertest übernimmt Baden-Württemberg eine Vorreiterrolle in Deutschland. Wir zeigen damit, wie wichtig dem Land die Auswahl der richtigen und besonders qualifizierten Köpfe für einen der anspruchs- und verantwortungsvollsten Berufe unserer Gesellschaft ist."
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