Baden-Württemberg: Bedingungen für Erzieherinnen verbessert
Erzieherinnen und Erzieher erhalten Weiterbildungen und Arbeitsma-terial - Alle Kindergartenkinder können spielerisch Naturwissenschaften für sich entdecken
Mehr zu: Baden-Württemberg, Deutschland, Frühe Förderung, KITA, Naturwissenschaften, Stiftungen, Tarifvertrag, Weiterbildung, Zusatzqualifikation, Kindergarten / VorschuleErzieherinnen und Erzieher in Baden-Württemberg erhalten ab sofort konkrete Unterstützung für ihre tägliche Arbeit. Damit bietet Baden-Württemberg praktische Hilfe, während deutschlandweit die Tarifverhandlungen für Erzieherinnen und Erzieher andauern. Das Kultusministerium, die Stiftung "Haus der kleinen Forscher", sieben Industrie- und Handelskammern sowie der Arbeitgeberverband Südwestmetall haben sich zu einer Kooperation zusammengeschlossen, um allen Erzieherinnen und Erziehern im Land Weiterbildungen für die Umsetzung der Zukunftsbereiche Naturwissenschaften und Technik im Kindergarten zu ermöglichen.
"Unser gemeinsames Ziel ist es, die Neugierde der Kinder auf Naturphänomene zu fördern. Diesen Ansatz haben wir im Orientierungsplan aufgegriffen. Kinder können und sollen schon im Kindergartenalter für Naturwissenschaften und Technik interessiert werden, weil ihre Fähigkeit zu staunen Grundlage für ein interessiertes Forschen, Entdecken und Lernen ist", sagte Kultusminister Helmut Rau MdL.
Bereits Drei- bis Sechsjährige können mit alltäglichen Materialien wie Strohhalmen, Pipetten, Trichtern, Knete und Luftballons ihre alltägliche Umwelt erforschen. Beim Experimentieren und beim Sprechen über die beobachteten Phänomene werden Naturwissenschaften und Technik für die Kinder erfahrbar. Daneben erwerben sie auch Sprach-, Lern- und Sozialkompetenzen und können ihre feinmotorischen Fähigkeiten weiterentwickeln. "Durch ihre Beobachtungen und Fragen lernen Kinder spielerisch, welche naturwissenschaftlichen Phänomene ihren Alltag bestimmen. Wir möchten bereits bei den Kleinsten die Freude am Lernen und Forschen fördern, denn die Kindergartenkinder von heute sind die Fachkräfte von morgen", erklärt Dr. Peter Rösner, Geschäftsführer der Stiftung "Haus der kleinen Forscher".
Fortbildungen und Lehrmaterialien werden von der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" entwickelt und gemeinsam mit den Kooperationspartnern kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die IHK Ulm unterstützt das "Haus der kleinen Forscher" bei der Schaffung neuer Netzwerke in Baden-Württemberg mit der Einrichtung eines ersten Regionalbüros und fördert die Erarbeitung eines Handbuchs für die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher. "Für uns ist es ein zentrales Anliegen, dass Kinder und Jugendliche über den ganzen gesamten Entwicklungsprozess hinweg immer wieder die Chance haben, von Technik und Naturwissenschaften fasziniert zu werden", erläutert Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle das Projekt "Faszination Technik" der IHK Ulm.
Der Arbeitgeberverband Südwestmetall unterstützt die Kooperation mit regionaler Netzwerkarbeit und mit dem Projekt Technolino, das als vertiefendes Programm an das Konzept der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" anknüpft. Technolino fördert durch die Einrichtung von Forscherecken und durch Weiterbildungsangebote den spielerischen Umgang mit Naturwissenschaft und Technik. Stefan Küpper, Geschäftsführer von Südwestmetall, sieht in der Verknüpfung von Technolino und "Haus der kleinen Forscher" die große Chance, Kräfte zu bündeln und transparente Strukturen zu schaffen.
Besonders erfreulich sei auch die Kooperation zwischen Kultusministerium, "Haus der kleinen Forscher" und Südwestmetall bei der neuen "Technik-Erzieherinnen-Akademie (TEA)". In dem Projekt TEA sollen in den nächsten drei Jahren an jeder Fachschule für Sozialpädagogik je zwei Lehrkräfte als Multiplikatoren weitergebildet werden. Darüber hinaus werde an sechs ausgewählten Pilot-Fachschulen eine Zusatzqualifikation für angehende Erzieherinnen erprobt. Die IHK Ulm und die Katholische Fachschule für Sozialpädagogik in Ulm haben bereits ein Modellprojekt gestartet, in dem eine Basisqualifikation "Naturwissenschaftliche Bildung für die pädagogische Praxis" eingeführt wird. Über die Stiftung Haus der kleinen Forscher Die Stiftung "Haus der kleinen Forscher" mit Sitz in Berlin fördert bundesweit spielerisch die Begeisterung drei- bis sechsjähriger Mädchen und Jungen für naturwissenschaftliche und technische Phänomene. Hierzu bildet die Stiftung Erzieherinnen und Erzieher über lokale Netzwerke naturwissenschaftlich und pädagogisch weiter, stellt ihnen Materialien zur Verfügung, die das Experimentieren in der Kita ermöglichen und bietet umfangreiche Hintergrundinformationen und Experimente im Internet (www.haus-der-kleinen-forscher.de). Das Netzwerk umfasst derzeit bundesweit rund 7.500 Kitas.
Die Stiftung "Haus der kleinen Forscher" gründete sich auf Initiative der Helmholtz-Gemeinschaft, von McKinsey & Company, der Siemens Stiftung und der Dietmar Hopp Stiftung. Gefördert wird die bundesweite Ausbreitung ihrer Angebote vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
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