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Pressemeldung von: Verband Bildungsmedien e.V.

Schulbuch- und Bildungsverlage: Verleger fürchten weitere Kürzungen statt Investitionen

Hauptversammlung 2009 bestätigt Vorsitzenden Diepgrond im Amt/Urheberrechte sichern

Frankfurt am Main, 23.06.2009

Angesichts der unzureichenden Ausstattungen der Bildungseinrichtungen und angesichts der Tatsa­che, dass die Schulen bundesweit substanzielle Reformen umzusetzen haben, müsse aktuell wie künftig verstärkt in Bildung investiert werden. Dies erklärte die 54. Hauptversammlung des VdS Bil­dungsmedien e. V., die jüngst in Lindau stattfand. Der Vorsitzende des Verbandes, Wilmar Diepgrond, wurde während dieser Tagung in seinem Amt auf weitere drei Jahre bestätigt. Die Verle­ger appellierten zudem an Gesellschaft und Politik, die Urheberrechte zu stärken, um die kreativen Leistungen von Autoren und Verlagen auch im digitalen Zeitalter nachhaltig zu schützen.

Die Bildungsverleger kritisierten auf ihrer Jahresversammlung speziell die Haltung von Ländern und Gemeinden, bei den Etats für Bildungsmedien immer weiter zu sparen - statt die Budgets vor dem Hintergrund der Bildungsreformen deutlich aufzustocken. "Diese Politik geht klar zu Lasten der Qualität von Schule und Unterricht," erklärte der alte und neue Vorsitzende des Verbandes, Wilmar Diepgrond. In 2008 war der Umsatz mit Schulbüchern und Bildungssoftware in den allgemein und berufsbilden­den Schulen um 4 - 5 % gesunken und fiel von 350 auf 333 Mio. € Branchenumsatz. Ent­scheidend da­für war ein Rückgang bei den privaten Schulbuchausgaben der Eltern und Schüler durch Änderun­gen der Lernmittelfreiheit - wie die Tatsache, dass die staatlichen Ausgaben bundes­weit nicht ent­sprechend angehoben wurden.

Die Verleger beurteilen die wirtschaftliche Situation für 2009 weiter als sehr kritisch - und gehen vor allem davon aus, dass aufgrund geringerer Steuereinnahmen die kommunalen Budgets für Schulbü­cher und Bildungsmedien weiter absacken werden. Dies werde Länder wie Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen betreffen. Die Bildungsverleger appellierten folglich an die Kommunen, den Bildungsausgaben Priorität einzuräumen - und verstärkt in die Sachausstattung ihrer Schulen zu in­vestieren. "Das Konjunkturprogramm II der Bundesregierung wird Städte und Gemeinden wesentlich von Ausgaben im Bildungsbereich - z.B. bei der Gebäudesanierung - entlasten, sodass für Bildungsmedien, Schul­bücher und professionell gestaltete Unterrichtssysteme genügend Mittel vorhanden sind," erklärte Ver­bands­vorsitzender Diepgrond. Diese Mittel gezielt für Bildungsinhalte einzusetzen sei das Gebot der Stunde, um mittel- und langfristige Schäden in der pädagogischen Reformumsetzung zu vermeiden, ergänzte der Verbandsvorsitzende.

Besonders wichtig für die Bildungsverlage ist ein effektiv funktionierendes Urheberrecht - das sie in­des bedroht sehen durch laufende Forderungen nach open-access-Regelungen, nach Ausweitung der Schrankenregelungen und nach kostenlosen Nutzungsmöglichkeiten. Von daher forderten sie auf ih­rer Tagung die Bundesregierung auf, sich besonders bei der anstehenden Novellierung des Urheber­gesetzes ("III. Korb") für einen starken Schutz des geistigen Eigentums einzusetzen. Die Verleger be­grüßten zudem die Überlegung von Bundesjustizministerin Zypries, ein additives Leistungsschutz­recht für Verlage ernsthaft diskutieren zu wollen. "Nur ein systematischer und effektiver Schutz des geis­tigen Eigentums kann sicherstellen, dass auch in Zukunft kreative und qualitativ hochwertige Produkte und Leistungen für Schule oder Lehrerbildung angeboten werden können", unterstrich Vorsitzender Diepgrond.

Als Vorsitzender des Verbandes wurde Wilmar Diepgrond (Bildungsverlag EINS) für eine weitere Wahlperiode von drei Jahren wieder gewählt. In ihren Vorstandsämtern bestätigt wurden von der 54. Hauptversammlung Michaela Hueber (Hueber Verlag), Andreas Klinkhardt (Verlag Julius Klinkhardt) sowie Karl Slipek (Ernst Klett Verlag). Weitere Vorstandsmitglieder, deren Wahlen nicht anstanden, sind Wolf-Rüdiger Feldmann (stellv. Vorsitzender, Cornelsen Verlag), Hans-Dieter Möller (Bildungs­haus Schulbuchverlage Westermann Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers) und Dr. Gerd-Dietrich Schmidt (DUDEN PAETEC Schulbuchverlag).

Der VdS Bildungsmedien organisiert 85 Anbieter von Bildungsmedien, die jährlich ca. 3.000 bis 4.000 neue Titel auf den Markt bringen (Gesamttitelangebot rund 40.000). Die mittelständig geprägte Bran­che hat etwa 3.000 Mitarbeiter. An sie sind etwa 30.000 Autoren ge­bunden, die Bildungsmedien nach über 3.000 Unterrichtsvorgaben der Länder produzieren.

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Rino Mikulic
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