Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
GEW: "Feedback-Kultur in Schulen entwickeln"
Bildungsgewerkschaft zum "Spickmich.de"-Urteil des BGH
Mehr zu: Mobbing, spickmich.de, Zensuren, SchuleDie Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält das "Spickmich"-Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) für ungeeignet, den Dialog zwischen Schülern und Lehrern zu fördern und die notwendige "Feedback-Kultur" für mehr Qualität in Schule und Unterricht zu entwickeln. Die Richter haben heute entschieden, dass Schüler ihre Lehrerinnen und Lehrer weiterhin im Internet benoten dürften. Die Auffassung des BGH, Bewertungen im Internet stellten Meinungsäußerungen dar, die die berufliche Tätigkeit der Lehrkräfte beträfen, bei der der Einzelne grundsätzlich nicht den gleichen Schutz wie in der Privatsphäre genieße, hält die GEW für wenig hilfreich für den vertrauensvollen und unvoreingenommenen Dialog zwischen Schülern und Lehrern.
"Schüler müssen in einem angemessenen und von gegenseitigem Respekt geprägten Rahmen die Möglichkeit haben, ihren Lehrkräften Rückmeldung zu geben. Dabei spielen Fragen, wie verständlich und interessant der Unterricht ist, ob die Schüler sich gerecht bewertet fühlen oder welche Änderungs- und Verbesserungsvorschläge für sie wichtig sind, eine entscheidende Rolle. Dafür ist die Schule der richtige Ort", sagte Marianne Demmer, Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs Schule, am Dienstag in Frankfurt a.M. Für die Entwicklung dieser Feedback-Kultur leiste "Spickmich.de" keinen Beitrag.
Die anonyme und höchst selektive Bewertung einzelner Lehrer über das Internet sei nicht sinnvoll, da das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrkräften und Schülern belastet werden könne. "Das Medium Internet ist für schulinternes Feedback und Selbstevaluation nicht geeignet", sagte Demmer. Lehrerfortbildung und qualifizierte fachliche Beratung sollten einen Beitrag zur Entwicklung einer guten "Feedback-Kultur" in der Schule leisten.
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