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Pressemeldung
Bündnis 90/Die Grünen

Erneute gravierende Probleme mit dem Zentralabitur

Unfähigkeit der Landesregierung darf nicht auf Kosten der Schüler gehen

Mehr zu: Abschlussprüfungen, Gymnasium, Niedersachsen, Zensuren, Zentralabitur, Schule
Hannover, 24.06.2009 -

Erneute gravierende Probleme mit den Aufgabenstellungen des Zentralabiturs hat die schulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Ina Korter, kritisiert.

Erneute gravierende Probleme mit den Aufgabenstellungen des Zentralabiturs hat die schulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Ina Korter, kritisiert. "Die Unfähigkeit der Landesregierung, korrekte und angemessene Abituraufgaben zu stellen, darf nicht auf Kosten der Schülerinnen und Schüler gehen", forderte die Grüne.

Kritik aus den Schulen habe es vor allem an den Aufgaben für die schriftliche Matheprüfung gegeben. Mit bis zu 35 Einzelaufgaben sei die Matheaufgabe viel zu umfangreich und zudem unübersichtlich aufgebaut gewesen. "Wenn Mathelehrer vor Einführung des Zentralabiturs eine solche Aufgabenstellung eingereicht hätten, wäre sie ihnen um die Ohren geschlagen worden", meinte Korter.

Mit einer Anfrage will die Abgeordnete von der Landesregierung nun erfahren, in wie vielen Fällen die Schülerinnen und Schüler in der schriftlichen Matheprüfung deutlich schlechter abgeschnitten hätten als in der Vorzensur und für wie viele Schüler das sogar dafür ausschlaggebend gewesen sei, dass sie die Abiprüfung nicht bestanden haben.

Korter forderte die Landesregierung auf, aus den erneuten Pannen beim Zentralabitur endlich Konsequenzen zu ziehen und eine Qualitätskommission zur Kontrolle der Aufgabenstellungen einzurichten.

Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung

der Abgeordneten Korter (Grüne)

Probleme bei den schriftlichen Abiturarbeiten in Niedersachsen beim Zentralabitur 2009

Fachlehrkräfte haben in diesem Jahr erneut massive Kritik an den Aufgabenstellungen für das niedersächsische Zentralabitur geübt. Wie die Presse berichtete, beklagten sich LehrerInnen und SchülerInnen nach den Prüfungen über schlecht gestellte und zu umfangreiche Aufgaben.

Im Fach Mathematik auf erhöhtem Anforderungsniveau waren die Aufgaben im vorgegebenen Zeitraum nicht zu bewältigen, da sie schlecht aufgebaut und bei weitem zu umfangreich gewesen seien, so der Tenor der Allgemeinen Zeitung der Lüneburger Heide vom 23. Juni 2009. Manche Schülerinnen und Schüler seien in den Matheprüfungen zwei Zensurenstufen schlechter gewesen. Überdurchschnittlich viele Schülerinnen und Schüler hätten in Nachprüfungen gemusst und Abstriche in der Gesamtnote hinnehmen müssen.

Die Landesregierung beabsichtigt mit der Einführung des Zentralabiturs eine Qualitätsverbesserung der Abiturprüfungen sowie eine bessere Vergleichbarkeit in Niedersachsen zu erreichen. Jährlich neue Pannen und Fehler beim Zentralabitur lassen inzwischen jedoch vermuten, dass das Kultusministerium in Niedersachsen das Zentralabitur nicht im Griff hat und dies zu Lasten der betroffenen Abiturientinnen und Abiturienten sowie der Lehrkräfte geht.

Ich frage die Landesregierung:

  1. Wie viele Schülerinnen und Schüler haben in diesem Jahr bei der schriftlichen Abiturprüfung im Fach Mathematik um mindestens zwei Zensurenstufen schlechter abgeschnitten als in ihrer Vorzensur? Wie hat sich diese Zahl gegenüber den Vorjahren entwickelt?

  2. Für wie viele Schülerinnen und Schüler ist in diesem Jahr im Fach Mathematik auf Grund ihres Abschneidens bei der schriftlichen Abiturprüfung die Endzensur schlechter ausgefallen als die Vorzensur?

  3. In wie vielen Fällen ist dieses ausschlaggebend dafür gewesen, dass sie die Abiturprüfung insgesamt nicht bestanden haben?

  4. Wie soll der den Schülerinnen und Schülern entstandene Nachteil in der Mathematikgesamtnote im Wettbewerb mit Abiturientinnen und Abiturienten aus anderen Bundesländern um einen Studienplatz ausgeglichen werden?

  5. Welche Pannen hat es im Abitur 2009 im Fach Mathematik gegeben, aus welchen Gründen, welche Folgen hatten sie für die Schülerinnen und Schüler und wie hat die Landesregierung darauf reagiert?

  6. Wie wird bei der Festlegung der thematischen Schwerpunkte, die für die Vorbereitung der schriftlichen Abiturprüfung zu bearbeiten sind, berücksichtigt, dass das Fach Mathematik in der gymnasialen Oberstufe nur noch mit vier Wochenstunden erteilt wird?

  7. Wie wird die benötigte Zeit für die Aufgaben in den Mathematikklausuren berechnet? Wird den Schülerinnen und Schülern ausreichend Zeit zur Beantwortung und Kontrolle der Aufgaben zugestanden?

  8. Hätten die verschiedenen Teilbereiche der Aufgaben im Bereich Mathematik besser kenntlich gemacht werden können, um den Schülerinnen und Schülern das Arbeiten zu erleichtern?

  9. Wie konnte es zu den Pannen in den Abiturprüfungen in Mathematik kommen und wie hätten sie vermieden werden können?

  10. Nordrhein-Westfalen hat Presseberichten zufolge nach zwei fehlerhaften Durchgängen dieses Jahr eine Kommission zur Kontrolle der Aufgaben eingerichtet. Ist eine solche Kommission auch für Niedersachsen geplant?

  11. Wie will die Landesregierung in Zukunft weitere Fehler in den Abiturprüfungen vermeiden?

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