Kultusminister Helmut Rau: Orientierungsplan für Kindergärten hat sich in der Praxis hervorragend bewährt
Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung vor rund 1 500 Kongressteilnehmern in Stuttgart präsentiert - Flächendeckende Einführung ab September 2009
Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungspläne, Frühe Förderung, KITA, Orientierungspläne, Sport, Kindergarten / Vorschule, Berufliche Bildung, Hochschule"Der Orientierungsplan für die Kindergärten hat sich in der Praxis hervorragend bewährt. Dieser Erfolg in der Erprobungsphase geht auch auf das große Engagement der Erzieherinnen und Erzieher zurück. Mit der jetzt folgenden flächendeckenden Einführung des Orientierungsplans ab Mitte September schlägt das Land ein neues Kapitel in der frühkindlichen Bildung auf", sagte Kultusminister Helmut Rau MdL anlässlich des Kongresses "Orientierungsplan stärkt die Kinderperspektive" am Dienstag (30. Juni) in der Liederhalle in Stuttgart. Im Rahmen der eintätigen Veranstaltung wurden vor über 1 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung sowie der inhaltlich weiterentwickelte Orientierungsplan vorgestellt.
"Alle Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft, stecken voller Ideen und sind neugierig auf alles, was um sie herum passiert. Sie brauchen entsprechend ihrer persönlichen Entwicklung und ihren Begabungen gezielte Förderung und Unterstützung. Dies ist der Kerngedanke des Orientierungsplans, der die Kindergärten bei den vielfältigen Aufgaben der frühkindlichen Bildung unterstützt und dessen weiterentwickelte Fassung wir heute präsentieren", sagte Rau. Der Kultusminister unterstrich die Bedeutung der frühkindlichen Bildung. "Wer es mit der Chancengerechtigkeit ernst meint, muss dafür sorgen, dass alle Kinder gute Startvoraussetzungen für ein selbst bestimmtes Leben erhalten." Das Land habe deshalb ein ineinander verzahntes Förderkonzept im Bereich der frühkindlichen Bildung entwickelt, betonte der Minister. Der Orientierungsplan für Kindergärten und der Bildungsplan für die Grundschulen sind aufeinander abgestimmt. Die intensive Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule könne bis zur Verzahnung beider Einrichtungen zu einem Bildungshaus für Drei- bis Zehnjährige führen. Zu dem Konzept des Landes gehörten zudem gezielte Fördermaßnahmen für Kinder mit Entwicklungsdefiziten im Rahmen des Projekts "Schulreifes Kind".
Die zentralen Ergebnisse der wissenschaftlichen Ergebnisse machte Prof. Dr. Edeltraud Röbe von der PH Ludwigsburg in ihrem Vortrag deutlich: Der Orientierungsplan ist bereits in vielen Kindergärten angekommen und hat den Berufsalltag im Kindergarten nachhaltig verändert. Die befragten Erzieherinnen und Erzieher benannten positive Veränderungen in der Elternkooperation und in der Qualitätssicherung. Auch die Arbeit im Team und das berufliche Selbstbewusstsein habe der Orientierungsplan positiv beeinflusst. "Die höchste Wertschätzung wird den Fortbildungen zum Orientierungsplan zugeschrieben. Die Investitionsinitiative des Landes von 20 Millionen Euro für Fortbildungen gilt im Ländervergleich als herausragendes Beispiel", betonte Prof. Röbe.
Auf der Basis der Ergebnisse einer wissenschaftlichen Begleitung von 30 Kindergärten und der Befragungen von über 1 000 Kindergärten sowie auf der Grundlage von Rückmeldungen aus Wissenschaft und Praxis wurde der Orientierungsplan in den letzten Monaten weiterentwickelt. Eine Lenkungsgruppe verabschiedete im August 2008 die wichtigsten Eckpunkte. Diese diente einer Expertengruppen aus Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen, der Fachpraxis, Fachberaterinnen und Fachberater, Bildungsplanexperten aus dem Kindergarten- und aus dem Grundschulbereich, Eltern und Experten mit Migrationshintergrund als Leitlinien für die Überarbeitung. Über 100 Wissenschaftler, Experten und Institutionen haben in Klausuren, einem Hearing und sonstigen Rückmeldungsformen Texte verfasst und Anregungen gegeben, die in der eigens gegründeten Orientierungsplangruppe bewertet worden sind. Bei einem Wissenschaftler-Hearing gaben 18 Wissenschaftler verschiedener Disziplinen Anregungen zur Weiterentwicklung des Orientierungsplans. In 23 Redaktionssitzungen wurden die Rückmeldungen gesichtet, bewertet und zu einem Anhörungsexemplar entwickelt. Dieses Anhörungsexemplar ging Ende April 2009 in eine sechswöchige Anhörung.
Als Ergebnis der Anhörungen und Expertenbefragungen wurde der Orientierungsplan um folgende Punkte ergänzt:
- Lebenslagen von Kindern heute;
- Medienerziehung;
- Gender-Aspekte;
- Berücksichtigung der Bildung für nachhaltige Entwicklung;
- Berücksichtigung der Kinderrechte;
- Berücksichtigung von hochbegabten Kindern;
- Stärkere Berücksichtigung von Kindern mit Behinderung;
- Stärkere Berücksichtigung der Musik;
- Evaluation / Qualitätsmanagement;
- Orientierungsplan als Steuerungsinstrument.
Zudem wurden die Ausführungen für die Altersgruppe der unter Dreijährigen präzisiert. Der Orientierungsplan umfasste bisher schwerpunktmäßig die Altersstufen 3 bis 6. "Der Orientierungsplan, wie er jetzt vorliegt, wird von allen, die daran mitgewirkt haben, als gute, zukunftsweisende Konzeption für die Umsetzung des Bildungsauftrags des Kindergartens betrachtet. Ich gehe deshalb davon aus, dass die Zahl der Kindergärten, die auf der Basis des Orientierungsplans arbeitet, rasch wachsen wird", sagte der Minister. Zudem seien ab dem nächsten Kindergartenjahr auch alle Erzieherinnen und Erzieher entsprechend fortgebildet, so dass in jedem Kindergarten auf der Basis des Orientierungsplans gearbeitet werden kann.
Weiterführende Informationen unter: www.kindergaerten-bw.de.
Gemeinsame Erklärung des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport, der kommunalen Landesverbände und der Kirchen
Der "Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in baden-württembergischen Kindergärten und weiteren Kindertageseinrichtungen" - seit Mitte 2006 in einer dreijährigen wissenschaftlich begleiteten Pilotphase erprobt - wurde vom Kultusministerium gemeinsam mit den kommunalen Landesverbänden, den Kirchen und den anderen freien Trägerverbänden weiterentwickelt. Diese Weiterentwicklung des Orientierungsplans wurde in einem breiten Beteiligungsprozess von Experten, Wissenschaftlern, Trägern, Verbänden, Einrichtungen und der interessierten Öffentlichkeit durchgeführt.
Die sechswöchige Anhörung des Orientierungsplans, die am 11. Juni 2009 zu Ende ging, hat eine große inhaltliche Zustimmung ergeben. Anregungen, die in diesem Zusammenhang erfolgt sind, wurden in einer "Vorläufigen Fassung nach Anhörung mit Stand vom 17. Juni 2009" bereits weitestgehend eingearbeitet. Diese vorläufige Neufassung wird am 30. Juni 2009 in der Stuttgarter Liederhalle vorgestellt. Die Kosten für eine Fortbildungsoffensive für alle 38.000 Erzieherinnen und Erzieher im Umfang von insgesamt 20 Mio. Euro haben Land und Kommunen je hälftig getragen. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Orientierungsplan und der frühkindlichen Bildung hat zu einem pädagogischen Schub geführt, der in die Elternhäuser getragen wurde. Die Bedeutung der frühkindlichen Bildung wurde ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Das Kultusministerium, der Städtetag, der Gemeindetag und die Kirchlichen Kindergartenträger sind sich einig, dass dieser gemeinsam angestoßene Prozess der Qualitätsentwicklung in Kindergärten und anderen Kindertageseinrichtungen fortgesetzt werden muss. Das Land hält an der Absicht fest, den weiterentwickelten Orientierungsplan im Laufe des Kindergartenjahres 2009/2010 für verbindlich zu erklären. Nach Auffassung der Kommunalen Landesverbände kann dies nur durch eine gesetzliche Regelung (Konnexität) erfolgen. Über die Fragen, wie die Rahmenbedingungen für die Arbeit in den Kindergärten in diesem Zusammenhang anzupassen sind und welche rechtlichen und finanziellen Konsequenzen dies hat, finden derzeit Gespräche zwischen allen Beteiligten statt. Diese sollen in die vom Staatsministerium im Herbst 2009 vorgesehenen Verhandlungen über die Finanzbeziehungen zwischen dem Land und den Kommunen eingebracht werden.
Ansprechpartner
Schule
Österreich: Fortgesetzte Reformen wichtig für Qualität und Chancengleichheit in Bildung
Paris/Berlin, 09.02.2012. Die Leistungen österreichischer Schüler hängen stärker von der sozialen Herkunft ab als in vielen anderen Industrieländern. Der heute veröffentlichte OECD-Bericht "Equity and Quality in Education: Supporting Disadvantaged Students and Schools" appelliert daher, bereits begonnene Reformen ...Sonderthemen
Kritik an mangelnder Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland
Berlin, 08.02.2012. (hib/AW) Das Deutsche Institut für Menschenrechte übt schwere Kritik an der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland. Der Institutsmitarbeiter Hendrik Cremer begrüßte zwar am Mittwoch Vormittag vor dem Familienausschuss, dass Deutschland die bei der Ratifizierung abgegebene ...Kindergarten / Vorschule
EU-Kommission rügt deutsches Betreuungsgeld
03.02.2012. (dpa) – Die EU-Kommission rügt die deutschen Pläne zur Einführung eines Betreuungsgeldes. "Die EU-Kommission ist überrascht zu erfahren, dass es Ideen gibt, Frauen zu ermutigen, zu Hause zu bleiben", sagte die Sprecherin von EU-Sozialkommissar Laszlo Andor am 1. Februar in Brüssel. "Es gibt ...- „Das Ipad in der Schule wird die Art des Unterrichtens revolutionieren und sicher Lehrern wie Schülern Spaß machen.“
- D. Helmerich zu Schulbücher in USA auf dem iPad
- „Sprachstandsfeststellung? Ok! Aber doch nicht so!“
- Philsmom zu Sprachtests in NRW: Es geht nicht um die Kinder
Aktuelle Lernhilfen
|
Aktuelle Lernhilfen finden
ein Service von lernklick.de
|










didacta - die Bildungsmesse



Newsletter
Feedback