Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle berichtet im Kabinett über Maßnahmen zur Neugestaltung des Gymnasiums
Mehr zu: Bayern, G8, Gymnasium, Spaenle, Stipendien, SchuleKultusminister Dr. Ludwig Spaenle berichtete im Kabinett über die Vorbereitung der Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums, über den bevorstehenden doppelten Abiturjahrgang und über Maßnahmen, um das Gymnasium qualitativ weiter zu entwickeln. "Es ist unser Ziel, den Abiturienten einen sehr guten Start ins Studium und in den Beruf zu ermöglichen, aber auch eine vertiefte Allgemeinbildung zu vermitteln", so Minister Spaenle.
Schüler erreichen die Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums
Im kommenden Schuljahr treten die ersten Schüler des achtjährigen Gymnasiums in die Oberstufe über. In dieser werden ganz im Sinne einer umfassenden Studierfähigkeit die Grundlagen wie Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen gestärkt, was sich auch im Fünf-Fächer-Abitur niederschlägt. Durch ein Wissenschaftspropädeutisches Seminar (W-Seminar) und ein Projektseminar (P-Seminar) werden die Schüler zielgerichtet auf Studium und Beruf vorbereitet. "Das Spektrum von Pflicht-, Wahl- und Profilfächern bietet den Schülern der neuen Oberstufe vielfältige Möglichkeiten, nach ihren eigenen Neigungen und Begabungen persönliche Schwerpunkte zu bilden", betonte Minister Spaenle.
"Den Schulen konnte", so Minister Spaenle, " für das Schuljahr 2009/2010 unter großer finanzieller Kraftanstrengung ein Stundenbudget zugewiesen werden, das um 3,6 Prozent höher ausfällt, als das in diesem Schuljahr". Minister Spaenle wies in diesem Zusammenhang darauf hin: "Nur so können wir die außergewöhnliche historische Situation schultern, dass zwei unterschiedliche Oberstufen über zwei Jahre bewältigt werden müssen".
"Wir lassen die Schüler des doppelten Abiturjahrgangs nicht im Stich"
Minister Spaenle zeigte die Maßnahmen der Staatsregierung auf, um die Absolventen des doppelten Abiturjahrgangs aktiv in dieser Phase zwischen Schule und Hochschule zu begleiten. Rund 67.000 Schüler legen 2011 ihr Abitur ab. "Wir lassen die Schüler nicht allein", betonte Minister Spaenle. Die Staatsregierung hatte beschlossen, 38.000 zusätzliche Studienplätze bereit zu stellen.
Die Abiturprüfungen des letzten Jahrgangs des neunjährigen Gymnasiums und des ersten Jahrgangs des achtjährigen Gymnasiums werden zeitlich versetzt abgehalten. Viele der Absolventen können so bereits zum Sommersemester 2011 ein Studium aufnehmen. Die Fortzahlung des Kindergelds für die Absolventen des letzten G9-Jahrgangs ist auch dann gesichert, wenn sie erst zum Wintersemester ihr Studium aufnehmen können.
Qualitätsoffensive wird an Gymnasien fortgesetzt
Die Qualitätsoffensive für die Gymnasien wird Kultusminister Spaenle nach dem doppelten Abiturjahrgang fortsetzen. Diese umfasst mehrere Schritte:
Die einzelnen Ausbildungsprofile wie Naturwissenschaften, Fremdsprachen sowie Musik und Kunst sollen landesweit an den Schulen "geschärft" werden. "Allein Insellösungen, bei denen nur Gymnasien in Großstädten Musterkooperationen mit beispielsweise Spitzenorchestern oder Universitäten bilden, halte ich nicht für zielführend. Wir wollen, dass möglichst viele Schulen im Freistaat ihre Fachprofile auch durch die Zusammenarbeit mit externen Partnern zu stärken", zeigte Minister Spaenle auf. Das könnten sowohl Hochschulen, kulturelle Einrichtungen oder Unternehmen sein.
Das Bildungsangebot für höher begabte Schülerinnen und Schüler wird ausgeweitet. Vor Ort sollen Begabten- und Stipendienbeauftragte eingesetzt und Förderkonzepte entwickelt werden. Pro Regierungsbezirk wird bereits im kommenden Schuljahr mindestens eine Schule Hochbegabtenklassen einrichten. Auf Landesebene soll es spezielle Fortbildungsangebote für Lehrkräfte sowie Seminare für besonders begabte Schüler der Oberstufe geben.
Der Lehrplan für das Bayerische Gymnasium wird im Zuge einer Neukonzeption der Lehrpläne für alle allgemeinbildenden Schularten weiter entwickelt. Dabei wird der vertieften Vermittlung von Kompetenzen ein höherer Stellenwert zugeordnet. "Ich habe den Landesschulbeirat bei einer Sondersitzung als Lehrplanbeirat eingesetzt. Damit beteilige ich alle Personengruppen und Einrichtungen, die im Bildungsprozess Verantwortung tragen, an der Neugestaltung", wies Minister Spaenle auf die von ihm geschaffene Kultur des Dialogs in Bildungsfragen hin.
Mit Hilfe veränderter Führungsstrukturen z.B. mit mittleren Führungsebenen und einem Qualitätsmanagement sollen die Schulen den Weg zu mehr Eigenverantwortung fortsetzen.
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