GEW Baden-Württemberg
2.500 Grund- und Hauptschullehrer bekommen keine Stelle: Eltern protestieren für bessere Lehrereinstellung
GEW: Klassenteiler in den Grundschulen jetzt senken
Mehr zu: Baden-Württemberg, Grundschule, Hauptschule, Individuelle Förderung, Junglehrer, Klassenfrequenz, Lehrerbildung, Lehrermangel, Unterrichtsversorgung, SchuleDie Bildungsgewerkschaft GEW ruft die Eltern der Grundschüler/innen in Baden-Württemberg auf, sich gegenüber CDU und FDP für die sofortige Senkung des Klassenteilers in den Grundschulen stark zu machen. "Uns erreichen viele Anrufe von Eltern, die nicht verstehen, warum ab September in anderen Schularten der Klassenteiler gesenkt wird, nur in den Grundschulen nicht. Das von CDU und FDP ausgerufene Kinderland beginnt offenbar erst bei den Elfjährigen", sagte am Sonntag (05.07.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Am Donnerstag (09.07) werden auf dem Stuttgarter Schlossplatz auch zahlreiche Eltern zu einer Aktion für bessere Lehrereinstellung erwartet. Unter dem Motto "Tschüss Kinderland – wir wandern aus!" werden dort symbolisch junge Lehrer/innen verabschiedet, die keine Stelle in Baden-Württemberg bekommen und jetzt versuchen, sich in anderen Bundesländern oder im Ausland zu bewerben.
Der Klassenteiler in den Grundschulen liegt derzeit bei 31 Kindern. Insbesondere in größeren Städten mit mehrzügigen Grundschulen gibt es viele volle Grundschulklassen, in denen individuelle Förderung der Jüngsten im Lande nur schwer möglich ist. Für eine Senkung des Klassenteilers von 31 auf 30 müssten etwa 300 neue Stellen geschaffen werden.
"Wir haben aufgrund der Fehlplanung der Landesregierung 2.500 Grund- und Hauptschullehrerinnen und –lehrer ohne Stelle, darunter viele mit einem hervorragenden Abschluss. Wir brauchen diese junge Pädagoginnen und Pädagogen nicht auf dem Arbeitsamt, sondern in den Klassenzimmern", so Moritz. Insgesamt werden 5.000 der 9.600 Bewerber/innen für eine Lehrerstelle ab September 2009 leer ausgehen. Nur jeder vierte Junglehrer für Grund- und Hauptschulen darf nach den Sommerferien unterrichten.
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