VBE: Gerade noch ausreichend ist in der Bildungspolitik nicht genug
Zu viele Lehrer ohne Anstellung
Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungswesen, Hauptschule, Individuelle Förderung, Junglehrer, Lehrerbildung, Lehrermangel, Sonderschulen, Unterrichtsversorgung, SchuleDer Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg moniert, dass die Landesregierung aus den letzten Einstellungsrunden zu wenig gelernt hat. Wieder müssen zu viele Lehrer nach Beendigung des Vorbereitungsdienstes der Schule den Rücken kehren. Allein im Grund- und Hauptschulbereich stehen 3.303 Alt- und Neubewerbern nur 1.000 Einstellungszusagen gegenüber. Von insgesamt 9.835 Bewerbern werden 5.000 übernommen, und das vor allem dazu, um ausgeschiedene Lehrkräfte zu ersetzen.
"Wer gute Schulen für alle will, muss mehr Geld in die Hand nehmen", fordert VBE-Chef Rudolf Karg. Genau wie in den beiden letzten Jahren ist die 100-Prozent-Versorgung der Schulen amtlicherseits so definiert, dass ja nichts passieren dürfe, damit der Pflichtunterricht nicht gefährdet werde. Der Ergänzungsbereich - dazu gehören insbesondere Stütz- und Förderkurse für die Schüler und AG-Stunden - kann nicht so angeboten werden, wie ihn die Schulen eigentlich benötigten. Im Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulbereich stehen auch 2009 wieder rund zwei Drittel aller Bewerber trotz ordentlicher Abschlüsse auf der Straße, weil sie kein Einstellungsangebot bekommen haben. "Vor Jahren wurden junge Leute zum Lehramtsstudium regelrecht gedrängt; und nun werden zu viele davon im Regen stehen gelassen", schimpft VBE-Chef Karg.
Im Grund- und Hauptschulbereich stehen 3.303 Bewerbern lediglich 1.000 Einstellungen gegenüber. Ähnlich prekär ist die Situation an den Sonderschulen (200 Einstellungen bei insgesamt 863 Bewerbern) und im Realschulbereich mit 1.794 Interessenten und nur 850 Einstellungen. Selbst wenn der eine oder andere Junglehrer noch eine Zusage erhalten sollte, entlässt man doch zu viele gut ausgebildete Pädagogen in die Arbeitslosigkeit.
Solange Unterrichtsstunden an den Schulen ausfallen müssen, der Klassenteiler nicht schneller spürbar gesenkt und die individuelle Förderung der Schüler nicht intensiver ausgebaut wird, kann der VBE nicht nachlassen, die verantwortlichen Politiker auf die wenig zukunftsorientierte Behandlung des Bildungsbereiches hinzuweisen. "Die Landespolitik muss lernen, dass Bildung eine der ganz wenigen Ressourcen des rohstoffarmen Baden-Württembergs ist. Gerade noch ausreichend ist in der Bildungspolitik nicht genug", mahnt VBE-Chef Karg.
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