GEW Baden-Württemberg
Arbeitslose Lehrer/innen sagen: Tschüss Kinderland!
800 Lehrer/innen, Studierende und Eltern auf dem Schlossplatz
Mehr zu: Baden-Württemberg, Hauptschule, Lehrerbildung, Lehrermangel, Sonderschulen, Unterrichtsversorgung, Schule"Hätt die Kinder unterrichtet gern, lieb Heimatland, ade! Und so sing ich denn mit tiefem Frust, auf Rau & Co hab´ ich keine Lust, lieb Heimatland, ade!"
Mit diesen Liedzeilen haben heute 800 Lehrer/innen und Eltern aus ganz Baden-Württemberg arbeitslose Lehrer/innen symbolisch aus Baden-Württemberg verabschiedet. Mit gepackten Koffern und Rucksäcken verabschiedeten sie sich vom Kultusministerium und zogen Richtung Hauptbahnhof.
"Wir protestieren gegen die Politik der Landesregierung, die die Unterrichtsversorgung an die Wand fährt und Tausende junger Lehrerinnen und Lehrer in die Arbeitslosigkeit schickt, die jetzt in Privatschulen und in andere Bundesländer abwandern, während sie an den baden-württembergischen Schulen dringend gebraucht werden. Die Bildungspolitik der Landesregierung steht vor einem Scherbenhaufen. Die Einstellungspolitik ist ein Teil der Ursachen", sagte am Donnerstag (09.07.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft und Erziehung (GEW).
Zentrale Forderungen der Lehrer/innen und Eltern sind die sofortige Senkung des Klassenteilers in den Grundschulen von 31 auf 30 (300 neue Stellen), der Ausbau des Förder- und Stützunterrichts (1.000 neue Stellen für Grund- und Hauptschulen) und der Ausbau der Lehrerreserve von 1,5 auf 6 Prozent.
Insgesamt werden fast 5.000 der 9.600 Bewerber/innen trotz oft sehr guter Noten arbeitslos, wenn es ihnen nicht gelingt, in anderen Bundesländern oder als Vertretungslehrer/innen eine Stelle zu bekommen. Besonders dramatisch ist die Situation an den Grund- und Hauptschulen. Von 3.300 Bewerberinnen und Bewerbern erhielten bis jetzt nur 800 ein Einstellungsangebot. Das sind 24 Prozent. Kaum besser sieht es bei den Sonderschulen mit 30 Prozent aus. Hier haben von 640 nur 195 eine Stelle bekommen. Immerhin 35 Prozent der musisch-technischen Fachlehrer/innen und 40 Prozent der Realschullehrer/innen dürfen ab dem 14. September unterrichten. Selbst an Gymnasien bleiben qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber ohne Stelle.
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