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VBE: Festlegen, was Schule leisten muss

Lehrer keine Alleskönner zum Sonderpreis

Mehr zu: ADHS, Baden-Württemberg, Dyskalkulie, Gewalt in der Schule, Legasthenie, Lehrerbildung, Lehrermangel, Schule
Stuttgart, 12.07.2009 -

"Die Pädagogen fühlen sich von den ständig steigenden Forderungen, die von allen Seiten an die Schule gestellt werden, immer mehr überrollt, ob­wohl sie in der Regel äußerst qualifiziert und - zumindest in den ersten Jahren ihrer Dienstzeit - hoch belastbar sind", behauptet der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Es müsse daher klar definiert werden, was eine gute Schule heute zu leisten habe.

Die Aufgaben des Lehrerberufes müssen völlig neu definiert werden. Dabei sollte auch über die Lehrerarbeitszeit als Ganzes nachgedacht werden, die nicht mehr - wie seither - am Deputat und an der Schulart festgemacht werden darf.

Die Kluft zwischen den Erwartungen der Wirtschaft, der Eltern und der Politiker an die Lehrerschaft und dem, was Schule wirklich leisten kann, ist gewaltig.

Bei allen auftauchenden gesellschaftlichen Problemen - ob Drogen, Gewalt oder Erziehungsnotstand - werde grundsätzlich von der Schule erwartet, dass diese die Schwierigkeiten möglichst sofort und vor allem erfolgreich in Angriff neh­me, so der VBE-Sprecher. Lehrer seien heute immer weniger Unterrichtsmode­ratoren und Wissensvermittler als vielmehr Erzieher, Entertainer, Therapeuten und manchmal sogar "Dompteure". Weil Schule stets "Spaß" machen solle, dürfen Pädagogen ihre Schüler nur wenig fordern, müssten jedoch möglichst alle mit besten Noten zum Abitur führen, formuliert es der VBE-Sprecher etwas überspitzt. Dabei stehe der Unterricht in ständiger Konkurrenz zu den schnellen Schnitten der Videoclips in den entsprechenden Fernsehsendern. So mancher Schüler träumt von einer Fernbedienung, mit der man einen "nervigen", Auf­merksamkeit und Mitarbeit einfordernden Lehrer einfach wegzappen kann.

Immer mehr Kinder und Jugendliche können sich immer weniger konzentrieren und stören immer empfindlicher den Unterricht. Die Zahl verhaltensauffälliger Kinder steigt unaufhaltsam. Immer mehr brauchen sogar medizinische Hilfe. Immer mehr Kinder leiden an Aufmerksamkeitsdefiziten (ADS) und Hyperakti­vität, sind sozial, emotional oder psychisch auffällig oder haben Entwicklungs­störungen.

Man müsse sich darüber einig werden, so der Verbandssprecher, was man von der Schule heute erwarte und was diese der Gesellschaft dann auch von den Kosten her wert sei.

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