Realschullehrerverband NRW
Die Realschule steht nicht zur Debatte
RLV erwartet, dass CDU und Ministerin Sommer zu ihrem Wort stehen
Mehr zu: Bildungswesen, Gemeinschaftsschule, Hauptschule, Nordrhein-Westfalen, Realschule, Schulentwicklung, SchuleMit Gelassenheit nimmt der Realschullehrerverband die heutigen Medienberichte über ein vermeintliches "Aus" für die Schulform Hauptschule zur Kenntnis. "Erst vergangene Woche hat sich CDU-Fraktionschef Helmut Stahl in einem Pressegespräch unter Beteiligung des RLV klar für das gegliederte Schulsystem und damit auch für die erfolgreiche und anerkannte Schulform Realschule ausgesprochen.
Schulministerin Barbara Sommer hat sich ebenfalls mehrfach zur Realschule bekannt. Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass sich an dieser Sachlage etwas geändert hätte", erklärt RLV-Vorsitzende Brigitte Balbach. Dies bestätigt auch die Pressemitteilung, die das Schulministerium heute herausgegeben hat. Der RLV geht davon aus, dass sowohl die CDU als auch die Ministerin ihre Zusagen einhalten, die Schulform Realschule weiterzuentwickeln, zum Beispiel durch die Schaffung eines Unterrichtsfaches "Wirtschaft". "Wer willens ist weiterzuentwickeln, schafft nicht gleichzeitig ab. An ihren Taten werden wir die Landesregierung messen", so Balbach.
Verbundschulen können nur in Ausnahmefällen eine Antwort auf Probleme des demografischen Wandels sein. Dabei muss sichergestellt werden, dass Charakter, Struktur und Qualität des Hauptschul- und Realschul-Bildungsganges erhalten bleiben. Dies betrifft insbesondere das Herzstück des Realschul-Bildungsganges, die Neigungsdifferenzierung. In Verbundschulen mit einem nur einzügigen Realschulzweig wäre dieses Spezifikum der Schulform Realschule nicht aufrecht zu erhalten. Einer Diskussion mit dem Ziel, vor allem in ländlichen Regionen, die stärker vom demografischen Wandel betroffen sind, Schulvielfalt und -qualität aufrecht zu erhalten, verschließt sich der RLV nicht. "Die Wertschätzung, die die Realschulen unter Eltern und Schülern, in der Wirtschaft und in der breiten Öffentlichkeit genießen, verlangt geradezu den Erhalt und die Weiterentwicklung dieser Schulform", betont Balbach.
"Grundsätzlich ist eine neuerliche Schulstrukturdebatte als Sommerloch-Füller vollkommen überflüssig. Wahlkampf auf dem Rücken der Schüler braucht kein Mensch", so die RLV-Vorsitzende.
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