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VBE fragt besorgt: Ist bei den meisten Lehrern das Frischesiegel wirklich schon abgelaufen?

Mehr zu: Baden-Württemberg, Forschung, Lehrerarbeitszeit, Lehrerbildung, Lehrermangel, Unterrichtsgestaltung, Schule
Stuttgart, 19.07.2009 -

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg bestätigt durch Inaugenscheinnahme, dass das, was eine EU-Studie zum Alters­durchschnitt der Lehrer herausgefunden hat, von der Statistik her zwar richtig ist, wehrt sich jedoch dagegen, dass Pädagogen aufgrund des Alters diskriminiert und deren Leistungen abgewertet werden. "Ab wann ist ein Lehrer unterhalb der Pensionsgrenze - die demnächst sogar angehoben werden soll(!) - zu alt zum Unterrichten?", fragt der VBE-Landesvorsit­zende Rudolf Karg und versichert, dass das Alter der Pädagogen allein wohl kein wissenschaftlich haltbares Qualitätsmerkmal für eine gute oder schlechte Schule sei.

Bei der Vorstellung der jüngsten Studienergebnisse durch den EU-Bildungs­kommissar Ján Figel und Stanislav Ranguelov rückte das überdurchschnittlich hohe Alter deutscher Lehrkräfte wieder einmal in den Fokus der Berichterstat­tung. Der VBE wehrt sich dagegen, das Alter der Lehrer mit Unterrichtsqualität gleichzusetzen. "Es gibt geistig unbewegliche Dreißigjährige und hellwache, hoch motivierte Sechziger", stellt Karg fest. Moderner und erfolgreicher Unter­richt sei keine Frage des Alters, sondern das Produkt einer guten Aus- und Fort­bildung, der Einstellung, des Engagements und der Vorbereitung.

Während früher vor allem ältere Lehrkräfte mit entsprechender Erfahrung beruf­liche und gesellschaftliche Anerkennung fanden, gehöre man heute im Zeitalter des Jugendlichkeitswahns mit den ersten Falten schon fast zum alten Eisen, schimpft der VBE-Chef. Die Schulen benötigten keine "aufgehübschten Botox-Pädagogen", sondern solche mit Herz und Verstand, die die Kinder und Jugend­lichen verstehen und ihnen helfen, eigenverantwortliche, mündige Bürger zu werden. Dabei spiele weniger das Alter der Lehrer eine Rolle als vielmehr deren Einstellung und wie sie von der Gesellschaft behandelt werden.

Natürlich sei es zwingend und dringend notwendig, dass junge Lehrkräfte in den Schuldienst eingestellt werden, ergänzt Karg, man sollte jedoch aufhören, lang gedienten Lehrern immer wieder vorzuhalten, dass ihr Frischesiegel abgelaufen sei und sie daher nicht mehr richtig für die Schule zu gebrauchen seien. Gedankenlose Menschen würden mitunter sogar von der "Vergreisung" der Kollegien sprechen, was älteren, von Schülern geachteten Lehrern sehr weh tun müsse.

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