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250.000 Schüler werden in unseren Schulen "sitzen gelassen"

Der BVL, Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie, kritisiert die zu hohe Zahl der Sitzenbleiber und Schulabbrecher. Individuelle qualifizierte Förderung muss zum Standard an den Schulen werden.

Mehr zu: Bildungschancen, Bildungsgerechtigkeit, Deutschland, Dyskalkulie, Legasthenie, Schulabbrecher, Sitzenbleiben, Statistik, Weiterbildung, Schule
Hannover, 28.07.2009 -

Jährlich bleiben ca. 250.000 Schülerinnen und Schüler sitzen und ca. 80.000 erreichen keinen Schulabschluss. Die volkswirtschaftlichen Kosten für diesen Missstand sind wesentlich höher als die Kosten, die eine individuelle schulische Förderung verursachen würde. Frühzeitige Förderung spart mittel- bis langfristig hohe Folgekosten und führt zu einem höheren Bildungsniveau in Deutschland.

Der Lehrermangel spitzt sich an den Schulen immer weiter zu, sodass der Regelunterricht oftmals nicht mehr vollständig erteilt werden kann und Förderunterricht gestrichen werden muss. An weiterführenden Schulen findet meist gar keine Förderung mehr statt oder die Fördergruppen sind viel zu groß. "Die Ampeln für Förderung stehen an den Schulen auf Dunkelrot, da wir bundesweit die Rückmeldung erhalten, dass der reguläre Förderunterricht ausfällt bzw. gar nicht angeboten werden kann. Zusätzlich gibt es zu wenig Förderlehrer, die auf Lernstörungen wie z.B. Legasthenie oder Dyskalkulie individuell eingehen können, da sie dafür nicht qualifiziert wurden. Nur wenn es sich Eltern leisten können, ihr Kind außerschulisch fachkompetent fördern zu lassen, hat das Kind eine Chance in unserem Bildungssystem", kritisiert Christine Sczygiel, Bundesvorsitzende des BVL.

Der BVL, Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie, fordert die Bildungspolitik auf, diesen Missstand durch neue Konzepte zu beheben und für die Förderung an den Schulen qualifizierte Lerntherapeuten einzubinden. Der BVL sieht eine große Bildungschance für die betroffenen Kinder, wenn der Förderunterricht an den Schulen durch gut qualifizierte Lerntherapeuten erteilt wird. Da es bisher kein anerkanntes Berufsbild des Lerntherapeuten gibt, hat der BVL einen Weiterbildungsstandard entwickelt, um Lerntherapeuten zu qualifizieren. Diese sollen an Schulen fachkompetent dafür sorgen, dass die Schüler ihre Lücken schließen können, anstatt sie eine Klasse wiederholen zu lassen ohne sie gezielt zu unterstützen. Die Kosten der individuellen Förderung müssen von den Ländern finanziert werden, um für mehr Chancengleichheit zu sorgen. "Lehrer, Lerntherapeuten und Eltern sollten gemeinsam dafür sorgen, dass die Zahl der Sitzenbleiber und Schulabbrecher deutlich reduziert wird und die Kinder einen begabungsgerechten Schulabschluss erreichen", sagt Christine Sczygiel.

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