Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg begrüßt es, dass das Kultusministerium erkannt hat, dass man Führungspositionen im Schulbereich attraktiver machen muss, um unter Bewerbern auswählen zu können. Es dürfe aber nicht sein, dass es im finanziellen Bereich keinerlei Verbesserungen geben soll, moniert VBE-Chef Karg. Nur mehr Ehre und zwei Zehntel mehr Anrechnung pro Klasse für Leitungszeit überzeugten keinen Lehrer, wesentlich mehr Verantwortung in einer Führungsposition zu übernehmen.
Der VBE beklagt, dass die Rektoren neben ihrer Unterrichtstätigkeit mit Aufgaben wie Evaluation, Personalmanagement, Schulentwicklung, Kriseninterventionsplanung, Budgetierung und Bildungsplanarbeit überhäuft und dadurch "als Mädchen für alles" immer stärker in Zeitnot gebracht werden. Darunter leidet nicht nur die Qualität der Arbeit an der Schule, sondern in zunehmendem Maße auch die Gesundheit der Führungskräfte.
Es sei immer schwieriger, neue Schulleiter für frei gewordene Stellen zu gewinnen, bemängelt der VBE-Chef. Die Zahl der Bewerbungen sei in den letzten Jahren spürbar zurückgegangen. In sehr vielen Besetzungsverfahren könne nicht einmal mehr unter zwei Bewerbern ausgewählt werden. Nicht unerheblich sei, dass für neu zu besetzende Schulleitungsstellen eine persönliche Wartezeit und eine Beförderungssperre gelten. Die bestellten Rektoren müssten im Schnitt ein Jahr lang die höher bewertete Arbeit verrichten, ohne die dafür angemessene Besoldung zu bekommen. Obwohl entsprechende Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichtes für ein anderes Bundesland (NRW) vorliegen, hat Baden-Württemberg bisher keine Konsequenz daraus gezogen und die Beförderungssperre abgeschafft. Auch der relativ geringe Unterschied zur Besoldung eines Lehrers trägt nach Auffassung des VBE mit dazu bei, dass sich nur wenige die Mehrarbeit als Rektor und die damit deutlich höhere Verantwortung aufladen wollen. Es ist bedauerlich, dass das Kultusministerium hier keinen Handlungsspielraum sehe, bedauert Karg.