Mediadaten | Impressum | Feedback | RSS | Mobil | Newsletter
Letzte Änderung: 10.02.2012, 08:58
  • Delicious_bw
  • Studivz_bw
  • Facebook_bw
  • Twitter_bw
  • Drucken-grau
  • Versenden-grau

Schavans Technikum floppt: 1,2 Millionen Euro Ausgaben und noch kein einziger Praktikumsvertrag

Mehr zu: Berufsorientierung, Bildungsausgaben, Deutschland, MINT-Fächer, Praktikum, Schavan, Hochschule
Berlin, 12.08.2009 -

Anlässlich von Angebot und Nachfrage an Praktikumsplätzen im neu geschaffenen "Technikum", erklärt der für den Etat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion im Haushaltsausschuss Klaus Hagemann:

Die Idee ist richtig, die Umsetzung durch das Bundesbildungsministerium allerdings desaströs: Um das Interesse für technisch-naturwissenschaftliche Studiengänge zu steigern und die Studierbereitschaft in ingenieurwissenschaftlichen Fächern zu erhöhen, sollen Abiturienten für eine erste Berufsorientierung nun auch mit Bundesförderung Praktika in Betrieben und Labors von wissenschaftlichen Einrichtungen angeboten werden. Zunächst unter dem Namen "Freiwilliges Technisches Jahr", jetzt als "Technikum" bastelt Bundesbildungsministerin Schavan dazu bereits seit August 2007 an einer schlüssigen Konzeption. Insgesamt vier Millionen Euro stehen dafür auf ausdrücklichen Wunsch der Ministerin im Haushalt 2009 bereit. 1.000 Praktikumsplätze jährlich sollen damit eigentlich geschaffen werden.

Doch zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine bemerkenswerte Lücke: Zwei Jahre Vorlauf, 1,2 Millionen Euro Ausgaben, null vorzeigbarer Erfolg. Außer Spesen für ein Prestigeprojekt der Ministerin bisher nichts gewesen. Bis heute hat das Bundesbildungsministerium für die eigens aus der Taufe gehobene Service- und Programmstelle, für Zielgruppenansprache, also Broschüren und Auftritte bei Jugendmessen, und für Anzeigenschaltungen zwar bereits insgesamt rund 1,2 Millionen Euro verausgabt. Weitere 4,7 Millionen Euro sind zudem für die Folgejahre festgelegt. Effekt des ganzen Werberummels vor der Wahl: Noch kein einziger abgeschlossener Praktikumsvertrag in ganz Deutschland. Bundesweit haben bislang lediglich 19 Betriebe und Forschungseinrichtungen Praktikumsstellen gemeldet. Auf der anderen Seite bekundeten 146 Jugendliche ihr Interessen an dem Stipendiatenprogramm. Verträge selbst sind aber bis dato noch nicht zu Stande gekommen.

Falls es doch noch gelingen sollte, alle 47 bisher gemeldeten, bis zu achtmonatigen Praktikumsplätze zu besetzen, fielen für jede Stelle mehr als 25.500 Euro allein an Vorlaufkosten an. Also etwa die Summe die der Bund nach dem Hochschulpakt eigentlich für ein ganzes Vollstudium zahlt. Zumindest einen Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde für die teuersten Praktikumsplätze der Welt hat Frau Schavan damit schon sicher. Eine volkswirtschaftliche Meisterleistung der Ministerin!

Wir haben im Haushaltsausschuss bei der Beratung des Technikums deutlich gemacht, dass wir den Übergang von Schule in das Studium nicht unnötig verlängern wollen. Wir haben deshalb auch eine enge Abstimmung mit den Ländern und der Bundesagentur für Arbeit eingefordert. Das ist offensichtlich versäumt worden. Der gute Ansatz eines Technikums, durch frühe Berufsorientierung mittelfristig die Abbrecherquoten in technisch-naturwissenschaftlichen Studienfächern zu verringern, wird durch Frau Schavans Geldverbrennungsmaschinerie nun leider zunichte gemacht.

Ansprechpartner

0 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)

Hinweis
  • Ein Enter führt zu Zeilenumbruch.
  • Hyperlinks bitte grundsätzlich mit "http://" beginnen (also z.B. http://bildungsklick.de/).
  • Kein HTML unterstützt.

Ihr Kommentar:

Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht):
Durch die Eintragung Ihrer E-Mail erkennen Sie die Kommentarregeln an.

3816eb38b5e3272fa7f5ccb09c76e37ab97f5a8d
Bitte den Text aus dem Bild eingeben:


MELDUNGEN AUS DEN RESSORTS

Sonderthemen

"Die Chancen einer weltweiten Lerngesellschaft"

09.02.2012. Unter dem Motto "Weltsprache Bildung" beteiligt sich das Goethe-Institut an der größten Bildungsfachmesse in Europa, der didacta in Hannover. Im Interview spricht Dr. Matthias Makowski, Leiter der Abteilung Sprache des Goethe-Instituts, über multimedial vernetztes Lernen und Lehren im Zeitalter ...

Schule

Österreich: Fortgesetzte Reformen wichtig für Qualität und Chancengleichheit in Bildung

Paris/Berlin, 09.02.2012. Die Leistungen österreichischer Schüler hängen stärker von der sozialen Herkunft ab als in vielen anderen Industrieländern. Der heute veröffentlichte OECD-Bericht "Equity and Quality in Education: Supporting Disadvantaged Students and Schools" appelliert daher, bereits begonnene Reformen ...

Kindergarten / Vorschule

EU-Kommission rügt deutsches Betreuungsgeld

03.02.2012. (dpa) – Die EU-Kommission rügt die deutschen Pläne zur Einführung eines Betreuungsgeldes. "Die EU-Kommission ist überrascht zu erfahren, dass es Ideen gibt, Frauen zu ermutigen, zu Hause zu bleiben", sagte die Sprecherin von EU-Sozialkommissar Laszlo Andor am 1. Februar in Brüssel. "Es gibt ...
in

Elementarbereich NRW | Medienschau Bildung

NEU bei didacta-bildungsklick.tv: CookUOS 2011/12

ANZEIGEN

Weiter auf bildungsklick.de
Society in Science unterstützt postdoc Studenten überall auf der Welt. Unser Ziel ist Förderung der Forscher/innen.
ANZEIGE
Aktuelle Kommentare
Unser Partner in Österreich
Bildungaktuell
Das eMagazin für Management, Personalwesen und Weiterbildung